Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
83
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kam Lalandc, zwei Krieger des Königs von erstem Range.Da sie weislich Sorge dafür getragen, alles in der Rundeauf das Buchstäblichste zu verwüsten, damit der Feind nir-gends einen sichern Haltpunkt finde und durch Mangel anLebensmittel zu baldigem Rückzug gcnöthigt werde, hattenWilhelm und Gonzaga in der That über fünfzehn Tage langmit Hindernissen jeder Art zu ringen, bis sie nur ihre Trup-pen auf das Nothdürftigste untergebracht hatten. Dadurchgewann der Dauphin, welcher in der Champagne eine Ar-mee sammelte, hinlänglichZcit, Brissac mit der leichten Rei-terei nach Vitry zu schicken, um den Kaiferischcn die Zufuh-ren abzuschneiden und die Füttcrer aufzuheben. Diese Maß-regel setzte die Belagerer in die äußerste Verlegenheit, undman war genöthigt, einen Thcil der Truppen wider Brissacauszusenden, um de» lästigen Nachbar ans der Gegend zuvertreiben. Demnach zogen der Herzog Moriz von Sachsenund der Marchese Francesco von Este, welche ebenfallsum diese Zeit hohe Kriegsämter bekleideten, an der Spitzeder leichten Reiterei, so wie GrafWilhclm selbst, mit sechsbis acht tausend Mann Fußvolk, aus. Sie trafen ihre Maß-regeln so gut, daß Brissac ihnen kaum mehr entkommen zukönnen schien. Die kaiserliche Reiterei setzte bei Changy überdie Marne, und zwar auf einer Schiffbrücke. Man ent-schloß sich nun, Vitry von Chalvns aus anzugreifen, undum den Franzosen den Rückweg gänzlich abzuschneiden,falls sie, geworfen, nach letzterm Orte sich flüchten wür-den, so marschirte das Fußvolk in gerader Richtung dahin.Allein noch bei Changy wußten die klugen Männer Bellayund Marville durch verstellte Unterhandlungen sie längereZeit aufzuhalten; und, obgleich die Beiden zuletzt doch nachVitry sich zurückziehen mußten, so war dennoch ein Theikdes anfänglichen Planes den Feldherren des Kaisers ver?rückt.