Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

mehr und an der Spitze seiner Auserlesensten zu eilen, aufdaß er an Ausführung dieses Vorhabens hindere. ()

Sechs Monate lang währte die Belagerung, welchedurch Graf Wilhelm fortan ausschließlich geleitet wurde.Viele tüchtige Edelleute aus dem Luxemburgischen schlössensich ihm an, worunter wir besonders die Herren vonMechin, Borbone, Rauche, Bcaupre und St. Prie nen-nen, welche auf die Einladung des Erstgenannten mit mch-reru Haufen ihrer Leute im Lager erschienen waren.

Alle Anstrengungen Wilhelms aber scheiterten an derHartnäckigkeit der Besatzung und an der Klugheit undTreue ihres Befehlshabers Longueval. Desto mehr ver-mochte über sie die allmählig sich zeigende Hungersnoth.Der Trotz schien im siebenten Monate endlich gebrochen,als der Graf von Brissac und der Prinz von Mclphi einenKonvoi, trotz aller Gegenanstrengungen Fürstenberg's,hineinbrachten, und zugleich bei diesem Anlaß die Be-satzung wechselten. (^) Inzwischen war darüber der größteTheil des Winters verstrichen, und gleich blutig eröffnetesich der Frühling des Jahres 1544. Nach der bekanntenNiederlage bei Cerisoles, in Picmout, ertheilte der Kaiserplötzlich dem Grafen den Befehl, die Belagerungsa^meevon Luxemburg weg und nach den Alpen zu führen. Al-lein, als er die Unthätigkcit der Franzosen gesehen, undals er erfahren, wie sie, statt ihren Sieg weiter zu ver-folgen, vor Carignan Pulver, Menschen und Zeit NUtz-

Cs Schreite» an Graf Wilhelm, ohne Latum und Unterschrift,jedoch, wie aus dem Inhalt klar hervorgeht, vom Kaiserselbst. (F. H.-A.)

(°) Schreiben des H. v. Mechin aus dem Lager vor Luxemburg,st. a. 2S. Nov. 1543, in französischer Sprache. (F. A.-A.)

s