Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
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Wilhelm willigte endlich ein und sie setzten von seinemEntschluß den Kaiser alsbald in Kenutniß. Nach wenigenTagen wurde er schriftlich zur Beschleunigung der Sachegetrieben; und nun wendete sich der Graf ohne Zögern anseinen Bruder nach Heiligenberg, und ließ durch densel-ben aus dem Kinzinger Thale und der Ortcnau drei Fähn-lein Knechte anwerben, um alsoglcich mit denselben dieRichtung nach Luxemburg einzuschlagen. Auch von Fried-rich selbst wünschte er ein Fähnlein von 599 Knechten,unter Anführung seines Vetters Wolfgang, oder, in dessenVerhinderung, unter dem Befehle Michael Bislers, aufwelchen er besonders Vertrauen setzte, zu erhalten.

Wilhelm erklärte sich für diesen Handel um so geneig-ter, als die Franzosen bereits tiefer als je, in tcutschesGebiet gedrungen waren. Mit dem kriegerischen Ehrgeiz warauch sein Vatcrlandsgefühl lebhaft wiederum erwacht, under hielt dafür, »man müsse alles aufbieten, um zu ver-hindern, daß nicht die Tcntscken von einem fremden Po-tentaten dereinst beherrscht würden.» (')

Darin glichen sich die tapfern Edlen jener Zeit meistalle; auf fremder Erde kämpften sie für oder wider denKaiser, welcher ebenfalls nicht immer rein-nationelle Zweckeverfolgte, und sie sahen nur zu oft die Tendenz vonÖsterreich über das Interesse des Reiches vorwalten; aberselten leisteten sie dem fremden Herrscher Beistand zuunmittelbarem Angriff ihres eigenen Vaterlandes. Außer-halb der Grenzen desselben trieben sie den Krieg, wie einHandwerk, das ihnen Lust gewahrte, ihre Kräfte stählte

Sprache sind all zu mysteriös, um sichere Data daraus folgernzu können.

(') Schreiben G. Wilhelms an seine» Bruder Friedrich, <t, <i22. Okt. tS4Z.