— 76 —
schlug er mit dem Grafen einen Weg in's Gebüsch ein,und als sie so ganz allein sich befanden, ein Mann demandern gegenüber, zog der König sein Schwert und sprachzu dem Grafen: »Nicht wahr, dies ist ein schönes undgutes Schwert?» Wilhelm nahm es beim Griff, besahes und erklärte, daß er in seinem Leben kein besseres ge-sehen. Hierauf erwiedcrte Franz : »Ihr habt Recht, HerrGraf, und mir daucht, wenn Jemand den Entschluß ge-faßt hätte, mich zu tödten und er die Stärke meines Ar-mes, die Güte meines Herzens und dieses Schwert zu-gleich kennte, er würde doch zwei Minuten vorher sichbesinnen, ehe er mich angriffe. Übrigens würde ich ihn füreinen großen Schurken halten, wenn er mir, ohne Zeugengegenüber, seinen Vorsatz dann nicht auszuführen wagte.»— »Dieser Vorsatz wäre schon sehr verbrecherisch, dieAusführung aber wäre es noch mehr,« bemerkte der er-staunte Graf, »ja sie wäre selbst eine Thorheit.« Der Kö-nig steckte lächelnd das Schwert wieder in die Scheideund vereinigte sich mit seinem Gefolge, das bereits in derNähe war. Er verlor kein Wort über den Vorfall, fühlteaber sich im Innern überzeugt, daß Wilhelm der Sachenicht fähig sey.
Der Graf selbst war nicht so leicht beruhigt. Er sah,daß er einem schweren und schmählichen Verdachte bloßgestellt sey und beschloß nun, auch seinerseits den Hof aufdie Probe zu stellen und unter anständigen: Vorwand seinenAbschied zu nehmen. Er ging des folgenden Tages zu Ro-bcrtet, dem Finanzminister und Geheimschreibcr des Kö-nigs, und stellte diesem vor: für die Wohlthatcn, die derMonarch ihm erzeigt, und für die Besoldung, die er vonihm genieße, fühle er sich sehr verpflichtet; dennoch reicheletztere nicht aus, um ihm auch nur für die Hälfte desJahres seinen Unterhalt zu sichern; es möchte daher Sr.