len, und fuhr in derselben tröstlich fort, jedoch so schnell,daß dem Schreiber unmöglich wurde, seinen Gedanken zufolgen, und derselbe zu wicdcrboltcnmalen ihn unterbrach.Solches setzte den Grafen gleich sehr in Unmuth, als iuVerwirrung, so zwar, daß er allen Zusammenhang derRede verlor und nach einer langen Pause durchaus nichtmehr auf den Gegenstand zurückkam. Demnach übergaber das für alle Falle bereit gehaltene Memorial dem Ge-richte, verneigte sich höflich und verließ mit seinen Beglei-tern hastig den Saal. Die ganze Versammlung der Zu-hörer brach über den in den Annale» des Kammcrgerichtesunerhörten Vorfall in allgemeines Lachen aus; das Gerichtselbst verlor für einige Minuten seinen Ernst. Noch faßtees für dermal keinen Beschluß; aber das Geschehene konnteimmerhin für ein schlimmes Omen gelten.
Mittlerweile hielt Graf Wilhelm, welchen, als Humo-risten von Natur und Wesen, die Sache gleich sehr belu-stigte, als ärgerte, mit seinen Freunden und Sippen Rath,was ferner zu thun. Da der Hauptpunkt, die Vcrwidcrungdes Gerichtes, durch Übergabe des schriftlichen Aufsatzes,erledigt war, so hielten sie es für gcratheu, Speyer gleichzu verlassen, trotz des Wunsches von Graf Ludcwig zu Ät-tingcn, vorerst noch den Protonotar, als Urheber des er-littenen Schimpfes, recht derb zu züchtigen. Dieser Taghatte Wilhelmen übrigens eine nicht unbeträchtliche SummeGeldes gekostet. (')
Als jedermann wiederum von hinnen geritten, wur-de n schriftlich, von Seiten einiger Kammcrrichter, den Her-
(') Zimmern'sche Chronik. Da die Zimmern häufig mit denFurstenbergern nicht auf dem besten Fuße standen, so läßt sichin der behaglichen Schilderung des tragisch-komischen Vorfallseinige Schelmerei nicht verkennen.