wirklich überein, das Kammergcricht feierlich zu «erwi-dern. Öttingen, die Ebcrstciner, Zimmern und Fontenaysollten den Akt besorgen; Erstgenannter das Wort dabeiführen.
Der Graf von Ottingen ließ sich die Sache sehr angele-gen seyn und studierte unter den Hallen des Münsters einelange Rede an das Kammergcricht ein; darauf, als derTag der öffentlichen Audienz erschienen war, begab er sichmit den übrigen Abgeordneten in den Saal, wo das Ge-richt seine Sitzungen hielt. Eine große Menge Volkes, wel-ches von der ungewöhnlichen Sache bereits Kenntniß hatte,strömte in heftiger Neugier nach.
Der Vorsitzer des Tribunals, Graf Johann vonMont-fort, lud die Herren, um ihnen eine Auszeichnung zu ge-währen, ein, innerhalb der Schranken Platz zu nehmen;allein sie nahmen die Höflichkeit keineswegs an, sondernbaten blos um williges Gehör außerhalb der Schranken.And nun begann der Graf von Öttingen unter den bekann-ten Förmlichkeiten, welche bei derlei Dingen in Teutschlandjedesmal eine Hauptrolle gePielt haben, und zwar mit et-was schnellem Wortfluß also :
»Der kaiserlichen Majestät, unsers allcrgnädigsten Herrn,Kammerrichtcr! wohlgcborner Graf! Demnach in Sachen» hier siel zum größten Unglücke dem Redner der No-tar, welcher das Protokoll zu führen hatte und der einMann voll Bcdachtlichkeit und voll vom Gefübl der Würdedes Gerichtshofes war, plötzlich iu das Wort, mit der Bitte,seinen Vortrag doch ja in die Feder zu diktiren, indem ersonst nicht leicht nachkommen würde. Der Graf aber er-klarte : niemand habe das Recht, ihm iu die Rede zu fal-
"sterbenden Läufen und andern Ursachen." — Ziinmern'scheCyronik.
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