Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
60
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Unechte anzuführen. Ist dem nun also, Biedermann? —ruft Wilhelm mit sarkastischem Pathos hier aus — undhaben Dich die königlichen Kommissarien zu dem vermeint-lichen Obristen-Amt erhöht? — Antwortet er, »ja!» ey soHab' ich dem Schelmen die Hand im Sacke schon erwischtund ich überzeuge und vcrurthcile den Schalk aus sei-nem eigenen Munde nnd aus seinen eigenen Schriften,wie unser Seligmacher Christus jenen schalkhaften Knecht,und frage also weiter : Sag' an, Vogclsperger, dusclbstgewachsener Obristcr, hast Du nicht zuvor mitDeiner eigenen Hand mir zugeschrieben, daß Du diesenköniglichen Befehl allein mir zu Ehren und Gefallen an-genommen habest; item, daß Du allen möglichen Fleiß inder Sache mir zu gut verwenden wollest?«

Und nun führt Wilhelm nochmals alle die Briefe, Anfra-gen und Erklirungcn seines Gegners an ihn, bis zur Zeitdes Zerwürfnisses, erlassen, wieder vor Augen, und ziehtdaraus den richtigen Schluß : Vogclsperger würde all diesnicht gcthan haben, hatte er nicht selbst ihn, den Grafen, fürseinen General anerkannt. Wofür — bricht jener neuerdingsim überströmenden Gefühle des Herzens ans — hast Tumich denn dazumal geachtet, als Tu mir schriebst, jeneSachen zu bestellen, zu fügen und zu fördern; und alsDu mich batest, Dir einen jeden Obristcn bei dciMKricgs-hccre auszurichten oder zu bestellen, da solches mir alleingebühre und zustehe? Bin ich etwa Dein Faktor, Sollici-tator oder Prokurator des Ortes gewcst, und hast Du mirsolches alles dergestalt und in der Meinung geschrieben,als sev ich Dein Knecht und Anwalt, dagegen Du meinOberer, Herr und Obrister? So unehrlich und ungetreumöchtest Du vielleicht in Deinem Herzen wohl seyn, umsolches öffentlich fürzugeben, wenn Du nur auch Leutefändest, die es Dir glaubten, und die nicht wüßten, wer