Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

Graf ward durch dies Benehmen seines ehemaligen Unter-geordneten nicht nur vor ganz Frankreich und seinem ei-genen Vaterland auf's Äußerste beschimpft, sondern auchin seiner Seele auf das Tiefste verwundet, durch den Un-dank eines Menschen, welcher sein ganzes Glück doch ihmallein zu verdanken hatte. Er brachte daher bittere Klagebei dem König an, und erklärte Vogelspergern für dentreulosesten und unverschämtesten Menschen unter derSonne. Allein derselbe fuhr in dem eingeschlagenen Sy-steme fort, führte sein Kricgsvolk die Rhone herunterbis an's Gebirg, und hielt steh wohlweislich stets in wei-ter Entfernung von dem rachcdürstendcn Grafen, Er rühmtesich öffentlich sogar der demselben zugefügten Mißhand-lung, und stachelte den ohnehin sehr Reizbaren noch mehrdurch tägliche Spottreden, die er über ihn, vor Freundenund Feinden, in Fülle ausgoß.

Der französische Hof, zufrieden, seinen Zweck erreicht,und das gewünschte Kriegsvolk beisammen zu haben, fandes gleichgültig, welcher von Beiden über dasselbe denBefehlstab führe. Überdies arbeitete der auf Fnrstcnbcrgskriegerischen Ruhm eifersüchtige Montmorcncy, dessen Werkvielleicht der ganze Handel gewesen ist, mannigfach ent-gegen. Daher wurden die Beschwerden Wilhelms minderbeachtet, als nach Recht und Billigkeit wohl gebührte. Ausdieser Ursache wendete sich der Graf, merkwürdig genug,an die Stände des tcutschen Reiches, ungeachtet das Vor-gefallene, als im Dienste einer fremden, ja feindseligen,Macht geschehen, jene nicht besonders berühren und nochweniger interesstren konnte. Freilich hatte er auf den Bei-stand eines großen Theils von Mitgliedern zu rechnen,die zur protestantischen Partei gehörten und welche hin-sichtlich des Königes von Frankreich ungefähr im gleichenWexhältniß sich befanden, wie der Graf von Fürstcnberg.