Viertes Kapitel.
Ehrenhandel Graf Wilhelms von Fürstenberg mitSebastian Vogelsperger.
Wir haben einer Begebenheit, welche zwischen das Jahr1537 und 1538 fallt, und nicht nur in dem Leben des Gra-fen eine sehr wichtige Episode spielte, sondern auch eineReihe der unangenehmsten Verhältnisse für ihn herbeiführte,bisher mit keiner Silbe erwähnt, um später sie desto kla-rer, ausführlicher und geordneter im Zusammenhang zuentwickeln. Es ist dies der berufene Handel mit dem, durchmannigfache Staats-Jntriguen sattsam bekannten, ObristeuVogelsperger.
Sebastian Vogelsperger, von niedriger Herkunft undin früherer Zeit sogar Knecht eines Bäckers, hatte, durcheigenes Studium und mannigfache Welterfahrung auf Rei-sen, eine ziemlich wissenschaftlicheBildung erhalten. Er kamauf einem seiner vielen Kreuz- und Qucrzüge nach Straß-burg und spielte hier die Rolle eines Sprachmeisters- zu-gleich scheint er auch in Kriegsdienste gegangen zu feyn;wenigstens hatte er durch kühnen Muth und hervorstechendeTalente im Kriegsfach die Aufmerksamkeit G. Wilhelms inbesouderm Grade erregt. Er wnrde von diesem, welcherfür den französischen Dienst tüchtige Leute suchte, hervor-