— Hz —
Als Franzosen und Teutschc in der Gegend von Ver-rollt sich gelagert, entstand zwischen dem Fußvolk beiderNationen, welche hier unter einer Fahne fochten, in Folgeder niemals ruhenden Eifersucht ein hitziger Streit, wel-cher bald die Gestalt eines förmlichen Gefechtes annahm.Bereits waren von beiden Seiten, besonders aber vonjener der Tentschen, viele Leute gefallen, als der Grafherbeisprengte und durch sein bloßes Ansehe» die Sacheschlichtete. Von nun an wagte kein Soldat mehr, auchnur ein Glied zu rühren; dies war zu jenen Tagenin der That etwas Wunderbares. Denn nachdem zuvordie Deutschen die Minderzahl gebildet und gegen die Fran-zosen den Kürzer« gezogen hatten, sahen sie sich durch eineneue Abthcilung von Landslculen, an deren Spitze näm-lich Wilhelm gekommen war, zur Übermacht verstärkt undes schien ihnen ein Leichtes, den erlittenen Schimpfhinreichend zu rächen; allein der Ernst des Grafen er-stickte jeden fcrnern Gedanken des Streites. Der franzö-sische Geschichtschreibcr, welcher um diese Zeit selbst, alsStaatsmann, eine bedeutende Rolle gespielt hat, führtdiese Sache als etwas Seltenes und Unerhörtes, zumalvon teutschen Landsknechten, an, und halt bei dem Aulasse
einer Rotte Schweizer. Franz bezieht sich auf seine früher»ausführlichen Schreiben hinsichtlich der Besoldung des Kriegs-volkeS und Besetzung der Häuser des Grafen und verheißtdiesem, sobald nur die Sachen sich ruhiger gestaltet habenwürden, seiner bestens eingedenk zu seyn.
Der dritte, ohne Monat- und Jahrangabe, gehört wahr-scheinlich einer viel .spätern Zeit und vielleicht derjenigen an,wo Wilhelm, mißvergnügt über unerfüllte Zusagen und vonEranvella gewonnen, die Dienste des Königs verließ. (F. H.A.ksscio. Fangösische Kriegsdienste Graf Wilhelms.)