Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
19
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als einen Sieg der Nationalität, sondern als einen Siegder spanisch-österreichischen Parthci und den neuen Kaiserso gut für einen Fremden, als den König Franz von Frank-reich , betrachteten. Die Besorgniß vor der übergroßenMacht desselben, auf Unkosten der teutschen Reichsfrei-heit, gab einer, in den Folgen freilich nicht sehr gerecht-fertigten Politik das Daseyn, welche für Rettung jenerFreiheit keinen stärkern Hort, als in dem innigen An-schließen an den König von Frankreich, erblickte. Zu denpolitischen Gründen kamen nun auch noch die Religions-wirren, welche auf das Benehmen der Einzelnen, wie derStaaten, bedeutenden Einfluß übten.

Gleich zu Anfang der durch Magister Huldreich Zwitt-gli und Doktor Martin Luther in Helvetien und Teutsch-land bewirkten Reformation, hatte der feurige und unru-hige Geist Wilhelms von Fürstenberg die neuen Ideen mitaller Lebhaftigkeit aufgefaßt, welche damals, als allgemei-ner Charakter der Zeit, alle denkenden und entschiedenenKöpfe mehr oder minder ergriff. Die genaue Freundschaftmit Franz von Sickingcn, welcher als das Haupt undder Stimmführer des teutschen Adels betrachtet wurde,und der nähere Umgang mit den Gelehrten Kaspar Sturmund Kaspar Hcdio, welche Wilhelm wahrscheinlich wäh-rend seines häufigen Aufenthaltes zu Straßburg, (') ei-nem der Hauptbrcnnpunkte der Reformation, kennen ge-lernt, hatten nicht geringen Antheil an der Richtung,welche von nun an das Streben des Grafen nahm.Der blos in den süßen Angewöhnungen des gesellschaftli-chen Lebens und im wilden Spiel der Waffen aufgewach-sene Jüngling begann, als Mann, denkend in seine Brustzu greifen und nach dem crnstern Zwecke des Lebens zu

l) Zimmern'sche Chronik. Sattler,