Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

geschäftig, seilte Ehre zu beflecken und seinen und des Ge-schlechtes Namen in der öffentlichen Meinung zu brand-marken, durch Anschuldigungen der schwärzesten Natur. Ei-nige Leute von niedriger Herkunft, welche verschiedenerVerbrechen wegen zu Mümpelgard die peinliche Frage be-standen , sagten ans : Graf Wilhelm habe Hans KasparnvouBubcnhofc», so wie noch mchrern andern Herren, durchGift nach dem Leben gestrebt. Es geht aus genauer Ansichtder Akten hervor, daß es den Richtern selbst so ziemlichum die Schuld des Grafen zu thun war, und ein persönli-ches Interesse sie veranlaßte, in einen obschwebcndenRechts-handcl einen demselben völlig fremden Gegenstand einzu-schieben. Es schien das förmlich verabredete Werk seinerFeinde, das moralische Dascyn eines Mannes zu vernich-ten, dessen rasches, durchfahrendes Wesen vielleicht beimehreren Anlässen sie gekrankt und verletzt hatte.

Trotz dem, daß die »armen gemarterten Leute« die durchFoltcrpein erzwungenen Geständnisse selbst in der Folgezurücknahmen, so hatte die Sache dennoch im Publikumnicht geringes Aufsehen erregt, und der Graf, aufs Äu-ßerste erbittert, erhob, wahrend er jedermann, der jenerNachrede sich erkühnen würde, zu ritterlichem Kampf denHandschuh hinwarf, bei dem Kaiser feierliche Klage. Es er-schien darauf ein Mandat Maximilians, worin alle, die denFürstenberger der fraglichen Sache schuldig hielten, oderwider ihn zu zeugen hätten, aufgefordert wurden, solchesbis zum 27. Oktober bei Hofe anzubringen. Niemand trataber auf, und Wilhelm erhielt vollständige öffentliche Ge-uugthunug. (')

So lange Kaiser Mar noch regiert hatte, war der Graffür das Interesse des Reiches im Allgemeinen und jenes von

C) Mandat <t. ä. Ems, 1. September 5217. (F. H.-A. 291°.)kl. 2