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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
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res Herzens suchen und nur, was recht ist, zu thu» dasVerlangen tragen.

Wenn wir das Kloster auch verliessen, wir wür-den, traun! deßhalb nicht seliger werden, so wie wir auchim Kloster nicht gleich über unser Heil in Sicherheit undGewißheit seyn können. Denn jene Dinge, die draussenin der Welt sich begeben, fügen uns weder etwas bei,noch helfen sie uns in irgend etwas. Doch müssen sie alleihre Freiheit haben, wie jene selbst auch tagtäglich in ih-ren Predigen uns verkünden. Die in der That heiligenApostel wohnten — wenigstens dies kann nicht geläugnetwerden — mit den übrigen Gläubigen gemeinschaftlich zu-sammen und hatten Alles unter sich gemein. Warumsoll es denn also nicht auch uns erlaubt seyn, gemein-schaftlich zusammen zu wohnen, und unter uns eine wech-selseitige Liebe zn pflegen, welche Schwestern geziemt.Guter Gott, duldet man doch Freudenhäuser, ob wirgleich in dem Rufe stehen müssen, daß wir noch schlechterund gottloser als jene Dirnen seyen! Freilich sind wir,wir müssen es gestehen, mehr als sündhaft. Doch wirdGott uns nach seiner Milde züchtigen. Wüßten wirübrigens, daß es Gottes Wille sey, und wir dadurchselig werden könnten, wenn wir das Kloster verließen,wahrlich wir würden nicht lange zaudern; denn wir wei-len wahrlich nicht darin, um ein weichliches und verzär-teltes Leben zu führen. Dies weiß die Welt und Gott,auf dem alle unsere Hoffnung und Zuflucht ruht. Wirverwerfen auch — hiefür sey er selbst Zeuge — das WortGottes nicht, daß wir aber für das Wort Gottesjene vielfachen Wortgezänke, Beschuldigungen, An-sckwärzungcn, Beschimpfungen und Ehrenabschneidun-gen ansehen sollen, ist uns durchaus unmöglich. Wir