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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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von jenen zwei Menschen, die Ihr genannt, oder ihresGleichen, begehrt. Die Elenden könne» sich selbst wederrathen noch helfen. Doch wir dürfen Niemand verdam-men. Jeder steht und fällt vor seinem Herrn. Der wirdzur Zeit ihn richten. Giebt es wirklich Leute, welche mitdem Messelesen einen Jahrmarkt treiben, oder ans andereschlechte Künste dieser Art sich verlegen, so sind doch wirweit entfernt, solches zu billigen, was uns auch immer,nach dem Willen Gottes, darüber zustoßen mag.

Euer Weisheit schreibt mir: ich sey mit einem gros-ser» Scharfsinn ausgerüstet, als in dem gegenwärtigenGeschäft ihr lieb wäre. Wohl weiß ich, daß ich ein arm-seliges und gebrechliches Menschenkind bin; deßhalb mußich mir auch jeden Spott gefallen lassen. Ich weiß aberauch, daß alle Erdenweisheit vor Gott Thorheit ist. Wohlwäre mir aber höchlich vonnöthen, daß zu diesen bedräng-nißvvllen Zeiten Gott mir seinen heiligen Geist verliehe,damit ich genau wüßte, was ich zu thun oder zu unter-lassen habe. Denn ich nehme wahr, daß in gegenwärti-ger Periode selbst den größten und gelehrtesten Männern,und zwar nicht nur den Anhängern des Pabstes, sondernauch jenen, so sich die Evangelischen nennen, das Ber-standvermögen ausgeht, und dies in solchem Grade, daßviele von ihnen Fleisch und Blut Christi nicht mehr un-ter der Gestalt des Bredes und Weines gelten lassen,und dennoch wollen, daß auch diese, ihre Lehre, GottesWort sey.

Was E. W. mir serner schreibt, daß sie gänzlichverzweifle, schmerzt mich sehr. Wir werden nicht anGott verzweifeln, sondern wir hegen auf ihn vielmehr dasVertrauen: er werde uns seine Gnade und Barmherzig-keit nicht entziehen, indem wir beide mit Inbrunst unse-

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