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ger irgend einem hochgelahrten Doktor antworten, oderwohl gar mit ihm disputiren könnte. Doch ich halte sol-ches anch nicht für nvthwendig. Was unsere Meinungsey, werdet Ihr aus dem letzten Brief ersehen haben.Ich bestehe auch jetzt noch darauf, obwohl es mir Muhemacht, daß nicht auch Ihr damit Euch beruhigen könnt.Uebrigens, wie könntet Ihr damit Euch zufrieden geben,wenn wir auch in alle Euere Ansinnen einwilligten, un-seres Herzens Meinung aber der Handlung widerspräche?Wahrlich, unser Gewissen wurde hie zwiespaltig und etwasanderes uns diktiren und etwas anderes zeigen. Und waswäre dann bei der Sache gewonnen, oder wen hätten wirbetrogen? Gewiß Niemanden sonst, als uns selbst.
Euere Weisheit weiß, daß kein Sterblicher irgendetwas besitzt, als was ihm von Gott verliehen worden.Ohne seinen Willen geschieht nichts in allen Dingen. Ohneseinen Willen geschieht nichts in allen Dingen. Wenn unsnun aber Gott, welchen wir Tag und Nacht um Erleuch-tung unserer Seelen und um die Wohlfahrt des christli-chen Glaubens anflehen, keine Liebe zu jenem neuen Glau-ben einzieht so können wir uns nicht selbst so sehr ver-stellen und andern Personen vorlügen, als wir wirklichsind. Gewiß aber wäre es, wenn wir um Menschen-gunst, oder ihrer Drohungen und Schreckmittel wegen,anders uns gebehrdeten, als unser Gefühl uns lehrte,eine grosse Heuchelei. Daß wir dies thun, kann unmög-lich der Wille E. Weisheit seyn; denn es hieße wirklichGott widerstreben. Daß übrigens E. W. für ganz sicherund ausgemacht annimmt, wir gebrauchten des Ratheseiniger Plattner, die um schändlichen Gewinn Messenverkauften, überrascht mich sehr. In meinem ganzen Le-ben Hab ich niemals einen Rath oder irgend eine Praktik