121
und ander ausgelvffen Leut, die itzund die rechten Evan-gelischen sind, herausbringen, und wurden also kein Ruhmehr können haben. Wir wollen je also in unser Ein-faltigkeit beleiben, und zu Austrag der Sach. Darum,herzlieber Bruder, hilf und rath! Es meint die Mutter,hätt sie Dich nit, sie mußt vor Leiden sterben, so dochNiemand weder zu gelauben, noch zu trauen ist, dennDir. Du kannst kein großer Almosen thun. Gott gebeDir ewigen Lohn dafür! Laß uns die Antwort bei devStreubin wissen. Hiemit viel seliger Zeit!
Soror Clara, Dein Schwester.
XXII.
Schreiben
der
Charitas Pirk heim er
an
den Pfleger
C^ottes Gnade sey mit uns allen! Fürsichtiger, weiser,,theurer Herr Pfleger! Euern Brief Hab ich abermalsdurchstudirt, und erkenne wohl, daß ich allzu unwissendund unfähig bin, um Euer Weisheit, und noch viel we-
32) Uebers. aus kiiNll. vpx. 346 st s-z. Der Briefwar ursprunglich teutsch abgefaßt und wurde vonChrist. Scheuerl erst ins Latein übersetzt.
6