Druckschrift 
Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

XXI

Siebentes Schreibender

Klara Pirkheimer

a n

ihren Bruder Bilibald

(a>i-lstuni crueitlxum PIX, iiiliNo! Mein herzlieberBruder! Die würdige Mutter läßt Dir einen guten seli-gen Tag wünschen, und schickt Dir hicmit einen Brief,hat ihn der Pfleger nachten spat zugeschickt, in dem Duwahrlich mußt finden, was die Meinung ist; darnach hatihm die Mutter erst den Brief geschickt, den Du gemachthast; wir wissen aber nit, wie er sey — der geschickt ist,denn daß wir wohl gedenken, er werd ihm »it Wohlge-fallen, begehrt die Mutter abermals Deines getreuenRaths. Sie ist ganz in dieser Sach besteckt. Soll sieden Pfleger entbieten, daß er mit dem Melanchthon her-auskumm, so besorgt sie, er werd ihn fast auf uns Hetzen,er kumm allein oder mit ihm, soll sie sich dann fast inei» Disputation geben; gehör ihr nit zu, sonderlich mit sol-chen gelehrten Leuten. Es ist ihr nichts Guts aus dementsprungen, daß sie bis in die vierte Stund mit demOslander geredt hat. Soll sie es aber ganz abschlagen,hat sie grosse Sorg, es werd ihr einen großen Ungelimpfzwingen und hat doch dabei Sorg, bringt er den heraus,so werd es dabei nit bleiben, er werd darnach den Wetzel

3t) Ungedruckt,