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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
Seite
111
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III

geschrieben hat in dem ersten Rausch; sie bekennt, daß sieviel zu grob darinnen gewesen ist, doch wirst Du etlichUrsach darinnen finden, darum uns die Acnderung mit denBeichtigern und Predigern billig schwer bedunkts. Duweißt wohl, wie wir den Rathsherren in alle» Dingenzeitlich gefolglich seyn geweßt, was sie an uns gesinnen ha-ben, als mit der Rechnung, mit Uebergabe unser Zinsund ander» viel Dingen. Aber so sie sich der geistlichenJurisdiktion auch unterwinden wollen, können wir ihnennimmer folgen; wann sie sind abentheuerlich, können wirihnen nimmer trauen; dazu haben wir nit Macht, unsin solchem unter sich zu begeben, nachdem unser Ordendem Baarfüsserorden eincorporirt ist, von dem wir mitMessen, Predigen und den heiligen Sakramenten versehensollen werden, auch mit dem Visttircn, sunst nehmen siesich keines Gewalts über uns an. Wie würden wirfrumme Leut, sollten wir unter die Laienpfaffcn kommen,die der Freiheit gewohnt haben, und sollten wir die allei-nig müssen haben, die uns der Rath gab, die müssen unsin allen Dingen regieren ihres Gefallens, und auch dieWeiber, die uns zuwider, solche jetzo ansahen, auf daßsie unsere Kloster ein offen Kloster machen, als sie unsdenn immer drohen; erst wurden wir arm gefangenLeut, nach Seel und Leib, dann unser Fried und Einig-keit auch Gehorsam und gut Sitten und Haltung unseresGelübd, davon sie ganz nichts halten, war aus. Du siehst,wie es jetzund geht mit den ausgeloffenen Leuten, die ihrGelübd so ganz verachten, dazu kein Schwester von derGnaden Gottes Lust hegt, wollten lieber sterben, dennsich in solche Gefährlichkeit zu begeben. Ich Hab den Con-vent nie betrübter gesehen, derweil ich in dem Kloster bingewesen, denn es ein Sach ist, an der unsere Seligkeit