vereiteln drohte. Der Eigenthümer des Buchs erklärte,daß ihm solches nicht feil scv. Wir, die wir darauf ebennicht viel achteten, baten zum mindesten, uns zu erlau-ben, daß wir davon eine Abschrift für uns nehmen dürf-ten. Alles vergebens. Wir griffen demnach den Men-schen, der nun auf einmal platzig geworden war, auf an-dere Weise an, und brachten steigernd die Sache nach undnach dahin, daß wir unseres Wunsches, nicht so fast durchBitten als durch Summen, theilhaftig wurden, und zwarum eine solche, zu der wohl schwerlich ein Anderer sichverstehen, oder um die er mehrere Bücher zugleich gekaufthaben würde. Ueberdies wurde von dem Mensche» nochdie Bedingung beigesetzt, daß der Codex ihm (nach ge-machtem Gebrauch) zurückgestellt werden sollte; und hiefürmußte man ihm eine Urkunde und versiegelte Quittungausfertigen.
Wir hatten den Codex nicht sobald erhalten, alssich schon wieder ein neues Hinderniß einstellte. Ohnge-achtet wir mehrere Notariell angestellt, so fand sich dochvon allen keiner, der es auf seine Gefahr übernommenhätte, eine Abschrift zu besorgen. So sehr schien ihnendie Sache nicht nur schwierig, sondern selbst verzweifelt,und es half nichts, daß ich mich anheischig machte, dieoberste Leitung (des Kopirgeschäftes) selbst zu uberneh-men, und wo es nöthig fallen würde, in das tiefe Dun-kel Licht zu bringen. So steckten wir denn mittlerweilein der Klemme.
Da führte ein glückliches Ungefähr gerade unfernJohann Coch laus, jenen durch Geist und Gelehrsam-keit so ausgezeichneten Mann uns herbei, welcher ebenaus Italien zurückgekommen war, wo er nach sauremSchweis und nach großen Anstrengungen die sogenannte