79
Wurde eines Doktors der Theologie erhalte» hatte. An-fänglich war er nach Frankfurt geeilt, wo er als Dekanbei der heil. Zungfrau angestellt wurde. Allein die Pest,welche daselbst damals wüthete, zwang ihn zur Flucht.Zhn nun gingen wir gleichfalls an, dies Geschäft dochübernehmen zu wollen, und wir erweichten ihn endlich inder That, daß er es, wie Du selbst ersehen magst, aufdas Kritischste vollendete.
Diese Schicksale des Buches, geliebte Schwester,Hab' ich vielleicht in einem längern Faden, als sich ge-bührte, ausgesponnen. Allein ich that es absichtlich, da-mit Du erkennest, mit wie viel Schwierigkeiten und mitwelchen Kosten die Schriften jenes hochheiligen Mannesaus dem Dunkel der Vergessenheit und dem staubigenKerker entrissen wurden. Es war aber Fulgeutius, da-mit wir auch noch dieses anführen, ein Afrikaner vonGeburt, und zu Carthago heimisch. Hier ward er, nichtso fast wegen des Adels seiner Geburt, (ob er gleich auseiner sehr edlen Familie stammte,) als seiner Gelehrsam-keit und Heiligkeit willen, zum Bischof gewählt. Als je-doch die Wandalen, den Arianern zu Liebe, durch ganzAfrika die Katholiken mit Mord und Verweisung verfolg-ten, und ihre Tempel allenthalben zuschlössen, da wurdeauch Fulgentius mit der übrigen Schaar der Bischöfe nachder Insel weggeschleppt, wo er aber niemals aufhorte,die Seinigen zu unterweisen, zu ermahnen und in ihrergroßen Drangsal zu trösten. Endlich rief man ihn ausseinem Exil zurück, und die Earthager empfingen ihn mitgroßen Ehren, als ihren ausgezeichnetsten Mann. Zuletztentschlug er sich aller Kirchengeschäfte, und beschloß seineTage auf der Insel Eircinna mit Lesen und Schreiben,und in dem Dienste Gottes, glücklich.
/