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dem Irdischen sich verlieren und auf hoher See mit denWellen ringen, sicher und ohne Gefahr in den Hafen deshöchsten Glückes und der Unsterblichkeit zu geleiten imStande sind; sondern auch alle menschlichen Widerwärtig-keiten auf die fruchtbarste Weise zu heilen vermögen. MitRecht behaupten also die Stoiker: ,,Es ist Gottes Ge-schenk, daß wir leben; der Philosophie aber, daß wir gutleben." Und in der That, ist wohl den Menschen etwasGrößeres und Kostbareres gegeben worden, als sie? Ichrede nicht von jener verfänglichen, streitsüchtigen, welchenichts oder wenig zu einem guten und seligen Leben bei-trägt, sondern von jener, welche (nach Cicero's Worten)die Seelen heilt, fruchtlose Bekümmernisse löst, von Lei-denschaften befreit, und jede Furcht weit verbannt. Mitdieser ausgerüstet und bewaffnet, sollen wir, meine süßesteSchwester, alles Ungemach, alle Schmerzen, Widerwär-tigkeiten und Mühsale standhaft bestehen, vorzüglich aberdie Kränkungen der Schlechten großmüthig tragen, (Duweißt und begreifst mich wohl, was ich damit verstehe);indem die Bösen doch nicht im Stande seyn werde», demGerichte Gottes, weder im Leben, noch im Tode, zu ent-fliehen. Denn Jupiter (wie die Dichter schon sagen) er-wacht doch endlich, und ersetzt die Langsamkeit seines Ge-richts durch die Schwere der Strafe. Es ist unmöglich,daß ein meineidiger, lügnerischer Mann dauerhafte undimmerwährende Haltkraft gewinne. Wenn auch das Glückeine Weile sie begleitet, dennoch kommt die Zeit, (wieDemosthenes spricht) wo sie in Nichts zerfließt. DamitDu also erkennen lernest, was selbst jene Menschen, inwelchen nicht der Geist, sondern das Fleisch einst die Ober-herrschaft hatte, von der langsamen Rache der Gottheitund der lange zögernden Bestrafung ruchloser Menschen,