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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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Schönheit entweder mi der Zeit verschwinde, oder sonstder Gebrechlichkeit Platz mache. Du erkanntest, daß dieWohltust eine Lockspeise aller Uebel, die Macht eine Die-nerin wilder Lüste, der Reichthnm mehr ein Hansrathder Bosheit, als der Rechtschaffenheit scy. In Summa,es stellten sich Dir alle Guter der Anssenwelt als hinfäl-lig, gebrechlich, und den Würfeln gleich, ans einer Handin die andere, von Besitzer zn Besitzer wandernd, dar.Nur die Tugend erklärtest Du für das einzig feste, undim Tode wie im Leben sichere Besitzthum; dagegen allesAndere, was nicht auf den Dienst der Gottheit sich be-zieht, für Eitelkeit, und abermals Eitelkeit aller Eitelkei-ten. Deshalb warfst Du Dich, nach dem Beispiel derBorfahren Deines Geschlechts, auf die edlern Wissenschaf-ten, zogst der Wolle das Buch, der Kunkel die Feder,der Nadel den Griffel vor, und schwangest Dich weit überdie gewöhnliche Fassungskraft weiblichen Verstandes zusolch einem wissenschaftlichen Höhepunkt hinan, daß DuBriefe schreibst und Reden verfassest, welche durch Fein-heit, Eleganz, Korrektheit und Gelehrsamkeit ganz be-sonders sich auszeichnen, und welche, obgleich eine gewissejungfräuliche Grazie allenthalben darin uns entzückt, den-noch Ernst und Lebensweisheit in wunderbarer Fülle ent-halten. Ohngeachtet jedoch Gelehrsamkeit und Religiosi-tät durch das schönste Band mit einander vermählt undaufs Innigste verbunden sind, und unter ihnen ein ebenso harmonisches Verhältniß gedacht werden muß, als derEdelstein sehr wohl in Gold gefaßt und Lilien mit Rosenvermischt werden: so hast Du gleichwohl von zartem Alteran Dein Leben der Regel der heil. Klara geweiht. Undnachdem Du in dem Kloster derselben sowohl von DeinerGelehrsamkeit als Deiner Rechtschaffenheit und Deinem