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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
Seite
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Tugendsinn lange Zeit hindurch hinreichende Proben ge-geben hattest, wurdest Du durch einmüthige ZustimmungAller zur Aebtissin gewählt. Diese Würde bekleidest Duauf solcke Weise, daß alle übrigen Nonnen durch DeineGrundsätze begeistert, ihre bisherige Lebensart veränderthaben.

Unter diesen Umständen, und weil ich gehört, daßmein Patron, der Probst Sixtus, an Dich undan meine süßeste Muhme Apollonia, die bei Dir ebenjene Stelle bekleidet, welche bei dem Diktator einst derMagister Equitum, Briefe von der Art schreibt, wie wei-land sie der heil. Hieronymus an seine Paula und Eusto-chium ") erlassen, so sann auch ich längst bei mir nach,was ich wohl. Deines Standes und meiner StellungWürdiges, Dir schreiben könnte, und wodurch ich immertiefer und inniger in Deine Freundschaft käme, auch zu-gleich Dir einigermaßen danken könnte für Deine edlenGesinnungen gegen mich, und Deine so großmüthigenAeusserungcn in Betreff meiner Person.

Einige Briefe, nicht von Cicero, sondern die aufdas Leben Christi, des Höchsten und Besten, sich beziehen,sind mir in die Hände gefallen. Zugleich sammelte ichbei den geistlichen Doktoren alle Notizen über die Vor-theile, welche wir aus Anhörung der Messe und demGebet für die Verstorbenen gewinnen. Solches Alles Hab'ich darauf in ein Büchlein gebracht. Und damit dasselbedie gehörige Bogenzahl erhalte, sind auch noch einige an-dere Sachen beigefügt, welche auf unser Vorhaben mehroder minder sich beziehen.

15) Man vergl. darüber Zimmermann: „Ueberdie Einsamkeit."