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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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Den» wohin würden alle Kreaturen gerathen, wenn derSchöpfer sie preis gäbe. Dies aber dürfte leicht, sobaldwir, was ferne von uns sey, die Erschaffenen dem Schö-pfer vorzögen?

Obgleich daher keine Wissenschaft, noch irgend eineKenntniß von einer Sache, welche gut und von Gott selbstangeordnet, zu verwerfen ist, so muß doch stets die my-stische Theologie und ein tugendhaftes Leben den Borrangbehaupten. Den» die menschliche Vernunft ist schwachund kann sich täuschen; der Glaube aber ist wahr undkann, wenigstens mit Wissen, niemals getäuscht werden.

Ich bitte Euch, vortrefflichster Herr Doktor! erwä-get wohl, was der weiseste Mann einst, nach Erforschungalles dessen, was unter der Sonne, gestand: „Eitelkeitder Eitelkeit!" rief er aus, „und alles Eitelkeit und Be-trübniß des Geistes. Die Fülle aller Weisheit ist dieFurcht Gottes." Wenn demnach Alles eitel ist, ausserder Furcht, Anbetung und Liebe Gottes, und wenn ihmdienen — herrschen heißt, so müssen wir allerdings fernernicht Anhänger der Eitelkeit seyn, sondern in größter Eilzur allein gewissen Wahrheit zurückkehren, welche in derheiligen Schrift verborgen liegt. Denn dort finden wirdie allerkostbarsten Perlen, weil auf jenem Acker desHerrn die mystische Theologie aus der Schaale den Kern,ans dem Buchstaben den Geist, aus dem Felsen das duf-tende Oel, ans Dornen die Blumen zieht °).

8) Heut zu Tage jedoch dringt die mystische Theologieauf diesem Acker statt des Kernes uns die Schaale,statt dcS Geistes den Buchstaben, statt des duften-den Ocles den Felsen, und statt der Blumen die