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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
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wescn trieben. Auf allen Kanzeln wütheten sie gegen diebeiden Frauenkloster, so daß man einen firmlichen Sturmauf dieselben erwartete. Zwei Abgeordnete des Rathserschienen selbst zu St. Klara, im Gefolge eiues Schrei-bers, und erklärten: es sey der gnädigen Herrn Wille,daß fortan, in ihrer Stadt und deren Gebiet, nur einGlaube und ein Schaafstall sey; deßhalben wurden sie,die Klosterfrauen, aufgefordert, den vom Senate entwor-fenen Satzungen sich zu fugen. Besonders verlangte mandies rücksichtlich des Kirchcngesangs, den bereits die beidenHanptpfarreien angenommen hatten. Man versprach, ih-nen ein gedrucktes Eremplar von demselben zuzusenden.

Allein Katharina und der Konvent widersetzten sichden? Ansinnen der Senatoren aufs äußerste, mit dem,daß Gelübde und Gewissen sie hinderten, des RathcsVer-fügungen anzunehme». Auch protestirten sie feierlich ge-gen allen Zwang in geistlichen Dingen. Hiericher entspannsich heftiger und langer Wortwechsel. Katharina berief sichauf die Verordnungen des Kaisers und auf den Ausspruchdes demnächst erwarteten Konziliums.

Die beiden Rathsherrn wurden durch diese Apclla-tion, und den festen Ton, in welcheyi sie ausgesprochenworden, sehr überrascht und bemerkten: „Sie selbst wä-ren vom Kaiser eingesetzt, und ihre Maasregeln würde ergenehmigen. Allein die Schwestern waren, trotz aller Vor-stellungen, nicht auf andere Meinung zu bringen, und ob-gleich man jede einzeln vorzunehmen Willens war, unterdem Vorwand, es habe Zwang oder Ucberrednng vielleichtstatt, — und obgleich man mit Liebkosungen und Dro-hungen wechselte: so gab, zum großen Erstaunen der Be-vollmächtigten, doch jede die gleiche Autwort.

Nachdem, in Folge dieses Umstandes, das Verhör