Freundlichste behandelt und niemals hart sie angestrengthabe, wie lügnerisch ausgegeben worden. Krescentiahatte, nach diesem Bericht, „ein schönes, vernünftiges Endegenommen," nachdem sie mehrmals gute Unterfälle ge-habt. Ihre Verwandten glaubten hierin eine besondereFügung Gottes wahrzunehmen, indem das Heil ihrerSeele durch dies frühe Ende sicher gestellt worden. Ver-muthlick hatte sie Anwandlungen von Lust nach den Grund-sätzen der Neuerer, wie wir aus folgender Stelle im Briefder Katharina halb entnehmen können: „Ist mir aber dasdennoch lieber gewcßt, was Gott hat gcthan; denn sollt einLutherischer Geist in sie gefahren scyn, daß wir alle Angstund Noth hätten an ihr erlebt. Denn sie war des Sinns:was sie ihr zu Sinn nahm, knnnt ihr Niemand ausreden.Ich hoff, es sei) ihr dies ihrer Seel minder gefährlich ge-wetzt. " — Auch Sabina baute ihren Trost besonders aufdie Ueberzeugung, „daß Krescentia so vernünftig und wil-lig gestorben sey." In obiger Schilderung der Schwester,liegt der Charakter der edlen Zungfrau bereits mehr alstreu ausgesprochen ^').
Die zwei jüngsten Schwestern, Barbara undCharitas, theilten sich in die Welt und in das Kloster.Jene heurathete einen reichen Bürger von Nürnberg, Zo-han Straub, daher sie stets unter dem Namen der„Strau bin" in den Briefen ihrer Muhmen erscheint;Charitas dagegen starb zu Bergen. Wir besitzen von ihrblos einen Glückwunsch an ihren Vater, zum Nenen-jahre '°).
27) Beil. XXIII.Z8) Beil. XXVIII.