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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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Melanchthons Charakter, daß er^ gewiß diese unchrist-lichen, und aller Liebe und allein Glauben widerstreitendenGesinnungen nicht billigen, und wenn er Augenzeuge dervielen Heucheleien, Verhöhnungen, Ranke und Verlänm-dungen wäre, mit denen man jene Aermsten tagtäglichquäle, Thräuen vergießen wurde.

Wir wissen nicht, welches der nähere Inhalt derUnterredung zwischen -Charitas und dem Konvente einer-seits, und anderseits den beiden Reformatoren gewesen;auch scheint es nicht, daß der Ausgang in der Hauptsacheund in der Stellung der Partheie» etwas geändert. DieNonnen blieben bei ihrem Glauben, die Rathsherren beiihrem Belehrungseifer. Doch scheint das Kloster, vielleichtauf MclanchthonS Fürsprache, wenigstens so viel erhaltenzu haben, daß man nicht geradezu es aufhob. Beschränktjedoch wurden seine Rechte; der Gebrauch der Ceremo-nien in vielen einzelnen Punkten des katholischen Ritus,die mit dem eingeführten Kultus zu sehr im Widerspruchstanden, untersagt, und die Verwaltnng des Vermögensden Nonnen größtentheils entzogen. Dadurch erzeigte»sich, zu den religiösen Irrungen, auch noch Fehden überirdische Guter von Zeit zu Zeit, bei Anfnahme von Ver-zeichnissen, und bei Prüfung der Rechnungen. Wenig-stens scheint ein Brief der Charitas an Kaspar Nutzet,ohne Datum, darauf hinzudeuten

Für Pirkheimer wurden diese Verhältnisse eineQuelle vielfachen Kummers. Cr hatte, nicht mir als Bru-der und Vater für die zu St. Klara befindlichen Seinen,deren moralisches Daseyn es galt, unaufhörlich zu käm-pfen, sondern auch, eben dieses Umstandcs willen, als Be-

2ö) Beil. XXVI.