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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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habe». Damit wollte vielleicht Charitas die Karlstadtia-»er, die Wiedertäufer und die stürmische» Sekte» mehrbezeichne», welche gleich im Anfange der Reformation ent-stunden, und derselben so großen Eintrag gebracht. DieOslander und Link erklärte sie für zu gescheut, und für zuubermächtig in Disputationen, als daß sie, in solche sicheinzulassen, für geratben fände. Auch würde man —meinte sie — doch stets und in jedem Fall für besiegtoder beschränkt, und in Zrrthum befangen ihrerseits gel-ten müssen, und keiner der Gegner jemals eine Nieder-lage eingestehen wollen. Ueberdies fand auch Charitas —und hierin irrte sie wohl schwerlich — alle Anlässe dieserArt nur dazu geeignet, die Ungewandten, Unerfahrnen,in ihren eigenen Worten zn verstricken. Auf Kanzeln undin Schriften liefen sie sodann dadurch Gefahr, an denPranger gestellt zu werden. Seyen doch sie, obgleich siemit Zenen bisher allen Verkehr gemieden, und ihre eigent-liche Meinung noch gar nicht au den Tag gegeben, den-noch anfs Gerathewohl für Bekennerinnen dieser und jenerGrundsätze angenommen und «»gehört verurtheilt worden.Unter ihnen herrsche aber, mit ihrem Wissen und Willen,keine Abgötterei, und keine Partheiung zertheile sie. Nichtgelte ihre Klosterregel ihnen für das Höchste auf Erden,sonder» einzig und allein das göttliche Gesetz.

Diesen Bemerkungen fügte Charitas nun auch nochbeissende Witze gegen die vielen unberufenen Schulmeisterin den Angelegenheiten des Klosters bei. Ueber Oslanderselbst stellte sie insbesondere nock ihre Ansicht auf; mißbil-ligte seine religiösen Grundsätze und lobte dagegen, waser über der Bauern Aufstand geschrieben.

Inniges Vergnügen bezeigte sie jedoch über Me-lanchthons Ankunft, und äusserte ihre Hochachtung vor des-

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