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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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schreiben, in welchem man eben so große Festigkeit desCharakters und Reife des Urtheils, als zugleich die Ge-reiztheit ihres damaligen Zustandes, und, bei vielen treff-lichen Bemerkungen, die Nutzet» nicht entgingen, eine Be-scheidenheit, die oft wie -Satyre klingt, aus sehr vielenStellen wahrnimmt.

Sie stellte nehmlich ihre geistige Beschränktheit undihr Unvermögen voran, mit so gelehrten Männern zustreiten, und suchte den Pfleger durch religiöse Grunde zuuberzeugen, daß, mit blos formeller Cinwilligung in dieWunsche des Raths und seine eigenen, wohl nichts fürdie Hauptsache gewonnen wurde, daß ubrigeus sie durch-aus nicht entschlossen sei), eine Maske anzunehmen, diemit den wahren Gesinnungeil ihres Herzens im Wider-spruch stunde. Der Senat — meinte sie — irre sehr,wenn er glaube, daß sie des Rathes jener Plattner be-durften, die mit Messen Handel trieben, oder sonst mitheiligen Sachen Praktiken übten. Solche Leute wußtensie nicht unter den bisherigen Seelsorgern, und wurdensolche auch niemals dulden.

Sehr fein verantwortete sie sich gegen Nutzels Be-merkungen: „daß sie mit grösser»? Scharfsinn ausgerüstetsey, als in gegenwärtiger Sache ihm lieb." Sie wäre —erklärte sie — ein armselig, gebrechlich Menschenkind, dasjeden Spott sich gefallen lassen müsse. Uebrigens sei) alleErdenweisheit doch eitel Thvrheit vor Gott. Und wennin dieser hochwichtigen Zeit allgemeiner Geisterbewegungselbst die Weisesten oft auskämen an Verstand, so zwar,daß, allem bisherigen Glauben entgegen, Brod und Weinnicht mehr für Fleisch und Blut Christi gälten', so thueihr der Beistand des göttlichen Geistes freilich um somehr noth.