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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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auf die Regierung des Klosters so wenig verstehe, als sieauf die Regierung der Häuser der Rathsherren." —

Auf diese, bald wehmüthig-ernste, bald, im Gefühl er-littener Kränkung, bittere Mittheilungen, legte Charitasihre und des Klosters Angelegenheit vertrauensvoll inGeuders Hände, versicherte ihn jedoch von dem standhaf-ten Entschluß des Konvents, in dieser unbilligen Sachenicht zu weichen und zu wanken. Der Brief wurde zuvor,durch das Organ ihrer Schwester Klara, dem Bruder nachder Stadt zugeschickt, um uothigenfalls daran abzuändern,was zu unpassend oder zu grell ihm scheinen würde ^).

Inzwischen suchte man auch anderseits gegen KasparNützels Zudringlichkeit sich zu wahren, und Charitas theil-te auch diesem wiederholt ihres Herzeus Gedanken in ei-nem so kühnen und zuversichtlichen Tone mit, daß sieselbst fand, ihr Brief sey etwas zu stark abgefaßt, unddurch Bilibald die beleidigendsten Stellen mildern ließ.

Ehe jedoch Nütze! denselben erhielt, hatte er selbstnoch in der Nacht der Aebtisstn zugeschrieben und seineAbsicht ihr mitgetheilt, mit Philipp Melau chthon,der um jene Zeit, in verschiedenen Angelegenheiten, nachNürnberg gezogen war, nach St. Klara herauszukommen.Ueber die streitigen Punkte sollte sodann gemeinschaftlicheBesprechung statt finden. Rücksichtlich verschiedener Stel-len in einem ihrer vorigen Briefe machte der PflegerCharitas bei dieser Gelegenheit gelinde Vorwürfe und gabihr zu verstehen, daß er sie in gewissen Dingen für feinerund gewandter halte, als sie sich wohl das Ansehen ge-geben.

Daraus antwortete Charitas durch ein langes Send-

24) Beil. XVIII. u. XIX.