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als eines der neuen Apostel, und endlich vor dem Wider-streit ihrer Lehren selbst. So wissenschaftlich gebildet sieauch war. so besaß sie dennoch nicht kirchenrechtliche, dog-matische und historische Kenntnisse genug, um die eigentli-che Streitfrage des Tages ganz zu fassen, die Grundsätzevon dem Benehmen der Personen zu trennen, und Wah-res vom Falschen. Glaubenslehren von Ueberlieferuugen,Kirchenbeschlüsse von päbstlichen Verordnungen, kurz, dasWesen pon der Form genau zu unterscheiden. Bios mitihrem reinen Gemüthe den verwickelten Gegenständen desgroßen Kampfes sich nähernd, statt mit der Fackel stren-ger Vernunft sie zu beleuchten, mußte ihr Urtheil natür-lich etwas einseitig und beschränkt ausfallen, und wir ge-wahren mit Bedauern, wie die edle Märtprin ihrer Em-pfindungen und eines unerschütterlichen Glaubens, nichtnur für diesen letztern, sondern auch für den Wahn sichabmühet. Dagegen ist nicht in Abrede zu stellen, daß beiAbschaffung der alten Kulte und Bräuche, wie in allenStaaten, so auch in dem kleinen Nürnberg. Unordnungenmannigfacher Art vorgefallen sehn mögen. Wenn die Aen-deruug eines Religionsbekenntnisses überhaupt niemalsohne traurige Mischung von Fanatismus, den man zu be-kämpfen vorgiebt, und vieler anderer kleinerer Leiden-schaften, ins Werk gesetzt werden kann; so führen dieVerhältnisse kleinerer Staaten, wie weiland die Reichs-städte, wo bei verkleinertem Maasstab aller Dinge, undbei zusammengedrängter Masse in lauter enge Kreise, diePersönlichkeit mehr als in grössern sich einschleicht undeine Hauptrolle spielt, natürlicherweise manche überflüssigeIrrthümcr und Verstöße noch überdies herbei.
Die Weiber namentlich hatten bei den Rcligionswir-ren zu Nürnberg thätige Hand mit im Spiel, und weit