phie zwar nicht aufgeben, aber dennoch höher ausprägenmöge.
Charitas hatte zwar anfanglich angestanden, des Dok-tors Schreiben zu erwidern, vermuthlich, weil sie inner-lich sich gezwungen fühlte, ihre Herzensmeinnng rücksichtlichder literarischen Tendenz des gefeierten Mannes dannfrei gegen ihn zu äussern, und die alte Ehrfurcht kämpftedaher mit einer höhern Ueberzcugung. Sie hatte jedochvergebens ihre Schwache im lateinischen Briefstyl vorge-schützt : Bilibald bestimmte sie zum Antworten. Der Briefwurde übrigens diesem letztern erst zur Durchsicht Über-macht, und, da Celtis selbst einen nahen Besuch im Klosterangekündigt, mußte Pirkhcimer die Schwester einige Zeitvorher davon in Kenntniß setzen, zu verlegenheitsfreiermEmpfang des Gastes °).
Nach Celtis zeichnete auch der Probst Sixtus Tu-cher Charitas auf eine sehr ehrenvolle Weise aus. Er schriebüber vierzigBriefe an sie undseineBaaseApollonia,die zu St. Klara ebenfalls sich aufhielt, größtenteils übergeistliche Gegenstande. Sie wurden nachmals gesammeltund von Christoph Scheu erl, deutsch übersetzt, beiPeypus herausgegeben °).
Der letztgenannte berühmte Rechtsgelehrte und Staats-
5) Celtis betreffend, vcrgl. Beil. l. II. III. IV.
6) Vierzig Sendbriefe aus dem Latein ins Deutsch gezo-
gen, durch ctlich gelehrt gpttsfürchtig und geistlichPersonen zu einander geschrieben und mit viel heil-samen christlichen Lehren vermengt, den Lesenden zusonder Frucht und Reitzung inbrünstiger Andachtdienlich, s. Panzer, Will u. s.w.