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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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Zeit; und während der Zahre, welche sie in der gottge-heiligten Einsamkeit verlebte, faßte sie wahrscheinlich diedurch nichts zu erschütternde Vorliebe für diesen Beruf.Um welche Zeit sie förmlich eingeweiht worden, ist nichtmehr genau auszumitteln. Als Schwester finden wir sieim Z. 1502 zum erstenmal angeführt, in jener Ode, dieKonrad Celtis an sie gerichtet, als Aebtissiu im folgendenZahre, oder im Z. 1504. So viel jedoch ist gewiß, daßmit dem Eintritt der Charitas in St. Klara, und nochmehr mit ihrem Auftreten als Vorsteherin, ein neues Le-ben dem Gotteshause aufging und Zucht und Sitte, wel-che, einigen Andeutungen Christoph Scheuerls zufolge,früher etwas gelitten haben müssen, durch ihren reforma-torischen Ernst wieder hergestellt wurden

Und nun lebte sie von dieser Zeit an ganz der Be-trachtung des Göttlichen und der strengsten Erfüllung ih-rer Ordenspflichten. Die Zahre verstrichen ihr jn thätigerBeschäftigung und sehnsüchtigem Gebet vorüber. DieStunden, welche Amt und Chor nicht in Beschlag nah-men, wurden der Wissenschaft gewidmet. Jedoch entsagtesie aller eitel» Neugierde, aller unfruchtbaren Kenntnißirdischer Verirrungen, welche das Herz so tief betrüben,ohne den eigenen Verstand uns bessern, und allen Trugge-bilden einer durch die vergänglichen "Reize der Welt soleicht zu verlockenden Einbildungskraft. Die heil. Schriftbot ihr die meiste Nahrung, daraufkamen die Kirchen-väter.

Dennoch war Charitas nicht so sehr beschränkt, daßsie nicht auch weltliche Wissenschaften mit in den Bereichihres Studiums gezogen hätte, sobald dieselben nur immer

3) Vergl. Beil. V.