Bruders das Gewicht der ungarischen Krone in die Wagschaleder diesbezüglichen Unterhandlungen zu werfen.
Fraknoi hebt hier als besonderen Zufall hervor, daß Ungarnder Schauplatz der hervorragendsten Momente in der Geschichteder Familie Hohenzollern gewesen:
Am 8. Juli stellt König Sigmund von Ungarn in Ofendie Urkunde aus, mittelst welcher er die Markgrafschaft Branden-burg an Friedrich von Hohenzollern überträgt und im Herbstbereitet Markgraf Albrecht in Ofen jenes Resultat der mitdem Polenkönige gepflogenen Unterhandlungen vor, welches imFrühjahre ^525 sein Bruder Markgraf Georg und Statilio,probst von Felsö-Grs realisiren, nämlich die Säcularisation desdeutschen Ritterordens, die Umgestaltung seines Gebietes in einerbliches Fürstenthum und die Begründung des heutigen Preußens.König Sigmund von Polen betont wiederholt, daß ihm haupt-sächlich Ungarns Interesse vor Augen schwebe; erschließe Frieden— sagt er — damit er Ungarn gegen die Türken Hülfe leisten könne.H^525 nahm die Bewegung gegen die Ausländer bereits soheftige Dimensionen an, daß Königin Marie—die mit Georgs Hülfedie Gefahr zu beseitigen dachte — Georg, der sich damals in Polenaufhielt, vor dem am 2H. Oktober abzuhaltenden Reichstage drin-gend auffordern ließ, sobald als möglich nach Ofen zu eilend)Er erschien genug zeitlich, um Zeuge jener stürmischen Ver-handlungen des Reichstages zu sein, die die Entfernung derAusländer und die Erneuerung der bereits vordem gebrachtenGesetze zur Ausrottung der Anhänger Luthers bezweckten. Nichts-destoweniger war aber Georgs Macht noch nicht gebrochen;nach einer Meldung des päpstlichen Legaten (Tampeggio) vom5. Juni ^525 erfreute sich Georg noch immer der vollsten Gnadedes Königs. — Erst zwei Wochen später (am. ^8. Juni) meldet
1) Ueber diese Verhandlungen ist ein reiches Material im VII. Bandeder "pomiciaim und in den Meldungen der päpstlichen Nuntiiaufgestapelt.
2) Georgs Geschäftsträger schreibt aus Ofen am Axril 5525seinem Gebieter, daß die Königin, der er im Wildparke begegnet, ihmentbieten lasse, „dieweylen Königlich Maiestät Euer Fürstlich Gnadenauff den nechsten sunct Georgen tag last erfordern, das Euer FürstlichGnaden keynen wegh wollen ausbleyben, dan in derselbigen kegen-werdigkeit verhofft sie etwas gutes auszurichten" (im Münchener Archive).
104