denen v. Rechberg und Freiberg zu den reichsten und mächtigstenFamilien Schwabens gerechnet. Den Namen führt der Stamm vonseinem ältesten Sitze Stain (auch Stein, vom Stein), einem oberhalbMarchthal am linken Ufer der Donau gelegenen, längst aber schonin Trümmern zerfallenen Schlosse. Von hier aus verbreitete sichdas Geschlecht bereits im ll.Jahrh.ini ganzen schwäbischen Kreise,wo es die meisten unter dem Namen Stein bestandenen, theils nochbestehenden Schlösser und Dörfer gründete und besass. So warenHertenstein, Hohenstein, Klingenstein, Heichenstein, Sirgenstein.Stain im Günzthal bei Strasberg, u. Zumstein bei Ottobeuren sämmt-lich Besitzungen des Stammes, nach welchen sich eben so viele, imLaufe der Zeit später wieder ausgegangene Nebenlinien nannten,während die Hauptlinie zum Unterschiede von jenen den Namen:Stain zum Rechtenstein führte. In neuer Zeit wurden durch v. Hatt-stejn namentlich die Linien: vom Stain, zu Jetingen, vom St., zuNiedcr-Stotzingen und vom St., zu Reichenstein bekannt, die, wiev. Mcding genau angegeben, sich im Wappen nur durch kleine \ er-schiedenheiten von der Hauptlinie vom St., zum Rechtenstein unter-schieden. — Der erste, historisch nachzuweisende Ahnherr der ganzenFamilie ist: Hainz vom Stain, Ritter, welcher 929 in der Schlachtbei Mühl hausen kämpfte. Nach ihm treten die Vorfahren der Familiezunächst auf Ritterversammlungen, Kreistagen u. bei anderen öffent-lichen Anlässen auf; vom 14. Jahrh. an kommen sie bereits mit kirch-lichen und weltlichen Aemtern bekleidet vor und von dieser Zeit istbis jetzt eine lange Reihe hoher Staatsbeamten und Generale, Ministerund Diplomaten, Hofmarschälle, Aebte u. s. w. aus der Familie her-vorgegangen. — Wie mit Württemberg das Geschlecht durch Besitzdes Rittergutes Harthausen und des Schlosses Lichtenegg im O.-A.Oberndorf im Schwarzwald Kreise in Verbindung steht, so findet einesolche Verbindung auch mit Bayern durch Besitz des RittergutesIchenhausen im Landgerichte Giinzburg statt. Die Familie v. Stainwar übrigens früher mit ihren Besitzungen in sämmtlichen Cantonender vormals reichsfreien Ritterschaft Schwabens immatriculirt undwurde in neuer Zeit in Folge der Erhebungen in den Reichsfreiherrn-stand von 1460 und 1623, s. oben, auch unter dieser Standesclassein der württembergischen und bayer. Adelsmatrikel (in Letzterer 13.Mai 1814, sub. Lit 5. Fol. 2043, Act. Nr. 3531) eingetragen. — Vondem früheren grossen Grundbesitz gingen später mehrere Güter ver-loren. Zu Anfange des 18. Jahrh. besass die Familie noch die Herr-schaften Bergenweiler, Kallenberg, Nieder- und Ober-Stotzingen,Stetten, Lichtenegg, Ichenhausen und Brandenburg, ne.bst zwei frei-adeligen Hofgütern zu Emmerkingen und ÖberwiMngen, doch durchden Tod des oben erwähnten Grafen Carl Leopold kamen, da derselbemännliche Nachkommen nicht hinterliess, fünf der erstgenanntenHerrschaften an den Sohn seiner Schwester, der Gemahlin des GrafenJoseph v. Makleghem, den Grafen Joseph Alexander Franz v. Mal-deghem, und Brandenburg wurde an Dr. Eduard v. Bühler verkauft,somit bosasseu die Freiherren v. Stain nur noch die oben genannten
Druckschrift
8 (1868) (Saackhen, Wailckhl v. Saackhen - Steinhauer zu Bulgarn)
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594
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