,955 Wratislau
als Bevollmächtigt an selbigen ab-geschickt,um mit ihm deswegen zu craSiren, woraufauch den 2:. ^ug. sel-bigen Jahres die Lonvenuon wegender Schlcsischcn Religions- FreyheitzuAlt-Ranstädtuud den 1. 8epc. diefernern Vcrglcichs-Puncte geschlos-sen worden. Weil der Käyser nunseine grosse Kapacität die wichtigstenStaats-Geschaffte zurraüiren garwohl kante, ward er ^nno 1709. inden Conferentz'Rath gezogen, darinndie wichtigsten und gcheimdesten d>le-xoria vorgenommen worden, an wel-chen allen und sonderlich an Einrich-tung des Krieges und den ausländi-schen Affairen er sehr grossen Theilhatte, wobey er sich die Behauptungdes Oesierreichischen Erbrechts aufdie SpanischeMonarchte,und dteBe-förberung des Käyserlichcn Interessemitgantz unermüdeten Fleiffe hat an-gelegen seyn lassen, und ob er gleich ei-nige Jahr vor seinem Tode mit. demPodagra sehr incowmoäiret gewe,sen, so hat er dennoch nicht unterlas-sen den Conserenzen beyzuwohnen,die geheime Lorreffonäcn/M zu un-terhalten, und alles das zu otsservi.ren, was von einem grossen Staats-Zyniker kan verlanget werden; wo-bey er den Prinl; Lugcmum, damitseine siegreiche Progressen durch eini-gen Geld-Mangel nicht möchten ge-hemmet werden, mit Geld zu sscun-ckiren sich eifrigsi bemühet, und mitihm eine genaue Freundschafft gepflo-gen, welche auch verhindert, daß kein?rsmier-Emitter von dem Käysergesetzct, er aber wegen seiner wichti-gen unter Händen habenden in-untsausländischen Lxgcäilionen davorangeschen worden. Weil er dcmPabsiin dem' mit dem Käyser getroffenen ^
Wrbna. 1956
^cccrmmoäemenc angenehme Dien-ste erwiesen, so erhielt er änno 1711.durch ein lpecialez IZreve das Lrsnä.priorsl des Maltheser-Ordeus. Alsder neuerwehlte Käyser (.'srolu; Vl.zurück aus Spanien kam, gieng erselbigem biß gegcnMeyland entgegen,und wardvonIhminder geheimdenRaths-Würde bestätiget, wie auchden 17. vec. vorgemeldten leitenJahres als Obrtster-Cantzler vonBöhmen vorgestellet; er behielt beydiesem Käyser gleichwie bey dem ver-storbenen seine wichtige vepecbez,und blieb in grossen Ansehen, daß eralso das Glück gehabt, bey z. Käy-fern als lckiniltcr in grossen Gnadenzu stehen. Gegen Ende des i7i2tenJahres nahm seine Kranckhcit undGeschwulst dermaßen überHand, daßerden ai.vecembr. etliche 40.Iahealt seinen Geist aufgeben muste. Beyseiner Eröffnung ist ein Stein 6. Lothschwer in seinen rechten Nieren ge-funden worden. Von seinen Fami«lien - Gütern Gmey und Male«sthüy hat er vermöge des von demKäyser erhaltenen coylen; ein 6äeiLommis, aufgerichtet, und darinnenwie auch in denen von demKäyser Jo-seph ihm geschenckten Gütern in Un-garn seinen Bruder FrantzCarln zumErben eingesetzet.HM/.desHist.^.
Wrbna, Würben.
Eines der ältesten und vornehm-sten Gräflichen Häuser in Schlesien,Böhmen, Mähren :c. welches ehe-mahls die Schlesische HerrschasstFrcndenrhal besessen, heut zu Tageaber in Schlesien nur noch einige Gü«jter im Fürstenthum Troppau, diemeisten aber inBöhinenund in Mäh-ren besitzet. Schon in den ältesten