— 589 —
stürzte rothe Sparren in Silber). Uraltes thüring. angesehenes reich-begütertes Adelsgeschlecht. Dass dasselbe von Attila 450 unter-worfen, ihre Führer mit Ländereien beschenkt, mit den Namen jener:Wito, Wizo, Witelin, Wizelin in der Weise des deutschen Volksdurch Hinzufügung der Bedeutung eines festen Wohnsitzes, — leben—, das urkundlich 1140 vorkommende Witzleben, drei Stunden öst-lich von Arnstadt, gründeten, oder schon 933 ein Eric v. W. florirte,ist der Sage angehörig. Auch möchte der Stein im Schlosse Elgers-burg mit dem Witzleben'schen Wappen und der Jahreszahl 1088einigen Anstoss eri-egen, so wie die Erzählung, dass ein Fritz v. W.mit dem Kaiser Ileini'ich V. gegen den Landgrafen Ludwig vonThüi'ingen mit dem Barte 1113 beim Welphenholze gefochten undgefallen, wenigstens der Correctur bedürfen, dass es für Ludw. III.(also für den Enkel des Vorigen) und 1115 geschehen. Die ältesteschriftliche Urkunde der Familie datirt aber immer schon von 1133,worin Adelherus und Bei'beto v. W. bezeugen, dass das Stift Fuldadem Kloster Paulinzelle das Dorf Bozelbrunnen überlassen. Alserste Ux'kunde über Besitz erscheint die von 1185, woi'in Gisela v.W. mit Zustimmung ihrer Söhne Heimuch und Otto wiedei'käuflichan Gebhard, dritten Abt von Paulinzelle, zwei Zinshufen zu Nah-winden bei Rudolstadt vei'kauft. In Kitter Christian v. W. 1229ist darauf u. in Ritter Hermann v. W. 1351—69 der nähere Stamm-vater des ganzen Geschlechts zu ei'blicken. Des Letzteren Sohn istFi'iedrich (I.) auf Witzleben, Alkersleben, Eischleben, Osthofen 1266bis 87, unter dessen Söhnen sich das Geschlecht in drei Ilauptlinientheilt. Der älteste Christian, 1291, war der mittelbai'e Stifter derjetzt noch blühenden Hauptlinie Mol schieben - Elgersburg.Der zweite Sohn, Friedrich II., 1340 ward durch seinen UrenkelHeinrich jun. (gest. 1455) Stammvater der Hauptlinie Lieben-stein. Der dritte Sohn, Herbst, 1334, war der Vater Conrad's(magister consulum zu Gotha) und durch dessen Sohn Christian,1374, mittelbarer Stifter der Hauptlinie Wendelstein, welchesich, nach dem Aussterben der Speciallinien Berka, der Fränki-schen und der alten Wolmirstädter, durch Philipp Heinrich's,letzten lleiTen auf Wendelstein, Söhne: Wolf Dietrich Arnold sen.(gest. 1684) in die Neu-Wolmirstädter und durch HartmannLudwig sen. (gest. 1703) in die Wartenburger Speciallinie schied.Des Ersteren ältester Sohn Hartmann Ludwig stiftete die blauen-höfer, der jüngere Dietiüch Arnold jun. die rothenhöfer Untei--linien, so wie des Wartenberger's Urenkel Harn Friedrich Wilhelm(gest. 1815), und Dietrich Eugen Heinrich (gest. 1814) die Begrün-der der ebenfalls noch blühenden Wer bener und Oberstein-kircher Linien wurden. Verfolgen wir nun die Hauptlinien bisauf die neuste Zeit, so ist in der I. Molschleben-Elgersbxir-ger IL-L., des obigen Christian's Ur-Ur-Enkel Curt, gest. 1497,der nähere Stammvater der (1.) Molschlebener Special-L. Alexander,k. k. Kämm., Sachs.-Gotli. Oberforstmeister und Oberlandeshaupt-mann, verkaufte 1737 Molschieben, später auch Fröttstädt und Tent-