— 401 —
Voelderndorff, Voelderndorff und Waradein, Freiherren (Schildgeviert mit rothem Mittelschilde und in demselben ein schwebendes,goldenes Kreuz. 1 u. 4 in Silber ein einwärtsgekehrter, schwarzerAdler und 2 und 3 in Roth ein doppelt geschweifter, einwärts ge-kehrter, goldener Löwe). Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1538für Gotthard v. Voelderndorff, genannt zu Paumgarten (geb. 1504),Hauptmann zu Stuhlweissenburg, wegen seiner bewiesenen Tapfer-keit gegen die Türken und Bestätigungsdiplom des der Familie zu-stehenden Freiherrnstandes vom 16. Juli 1684 für Johann Adamv. Völderndorff, da bei der letzten schwedischen Invasion in Unter-Oesterreich und bei Einnahme der Stadt Krems alle Papiere der Fa-milie verloren gegangen waren. — Altes, früher auch Polterndorff,Vellendorff und Felderndorff geschriebenes NiederösterreichischesAdelsgeschlecht, dessen Vorfahren von 981 bis 1090 mehrfach inKriegsdiensten der alten Markgrafen der orientalischen Mark oderPannonicn rühmlich gestanden haben sollen und dann bis 1300 undlänger in gleicher Weise dem Erzhause Oesterreich dienten undgegen die Türken sich auszeichneten. 1190 waren nach Lazius,Chronik von Wien, die Herren v. Völderndorff von Leopold Iii. mit„Erd und Feld" der markgräflichen Burg, des späteren KlostersMölk, belehnt, wo sie auch am Flusse Pielach den Ort Völderndorffunterhalb Mölk erbauten, daselbst wohnten und sich nach demselbenals ihrem Stammsitze nannten. In der Beformationszeit wanderteein protestantisch gewordener Zweig der Fümilie nach Franken ausund zu demselben gehörte der oben genannte Freiherr Johann Adamv. Völderndorff. Der letzte Sprosse der in Oesterreich gebliebenenkatholischen Linien, von denen eine sich Völderndorff zum UnternStein nannte (zu deren Unterscheidung sich die hier in Rede stehendeLinie: v. Völderndorff und Waradein schrieb), starb 23. Jan. 1784 zuTroppau in Schlesien. Auch die nach Franken übergesiedelte Liniewar schon bis auf den Grossvater des Freiherrn Alexander, s. unten,den Freih. Carl Friedrich Wilhelm, geb. 1758 und gest. 1832, k.preuss. Regier. - Präsidenten und Landrichter des BurggrafenthumsNürnberg von 1795 bis 1810 und k. bayer. Appellationsgerich ts-Präsidenten von 1810 bis 1817, verm. mit Juliane Ernestine SophieFreiin v. Seckendorff, geb. 1753, gest. 1829, im Mannsstamme er-loschen, hat sich aber durch die zahlreiche Nachkommenschaft diesesletzten Stammherrn wieder sehr gehoben. Vom Freih. Carl FriedrichWilhelm, s. oben, stammten, neben drei Töchtern, vier Söhne, dieFreiherren Eduard, Franz, Gustav und Wilhelm, die eine zahlreicheNachkommenschaft hatten, über welche sich Näheres in den geneal.Taschenbb. der freih. Häuser findet. Erwähnt sei hier nur Folgen-des: Freih. Eduard, geb. 1783 und gest. 1847, k. bayer. Kämmerer,Generalmajor und Bevollmächtigter am Deutschen Bundestage, hatteaus erster Ehe mit Elisabeth Grf. v. Oppersdorf! a. d. H. Obergross-Glogau einen Sohn: Alexander Freih. v. Voelderndorff und Waradein,geb. 1806, welcher später als Haupt des freih. Hauses aufgeführtwurde. Freih. Franz, geb. 1788 und gest. 1827, k. bayer. Kämm.
Kntachkt, Doutsch. Adels-Lex. IX. 26