Druckschrift 
9 (1870) (Steinhaus - Zwierlein)
Entstehung
Seite
368
Einzelbild herunterladen
 

368

das Veltheimsche Geschlecht in die nächste Verbindung' mit den ein-stigen Besitzern der märkischen Herrschaften Osterburg und Alten-hausen, den alten von 931 bis 1226; von Siegfried v. Veltheim zuOsterburg bis zu Siegfried II., vorgekommenen Grafen-zu Osterburg,Altenhausen und Arnsburg, welche sich bekanntlich zugleich v. Velt-heim nannten, führen die eben angeführten Grafen als ältere Linieauf und nehmen das Adelsgeschlecht, aus welchem die Freiherrenund Grafen v. Veltheim hervorgingen, als jüngere Linie an, welchedurch Rotgerus, jüngsten Sohn Werners 111., Grafen zu Osterburg,entstand. Diese Annahme hat in neuerer Zeit, als man anfing, ältereAngaben fast durchweg zu bezweifeln, mehrere Gegner gefunden,von welchen der der Beachtungwertheste Kriegs-Rath Wohlbrückist, s. Breill, v. Ledebur, Archiv für die Geschichte des PreussischenStaates, III. 1. Volle Gewissheit möchte schwer zu erlangen seinund so begnüge die Familie sich damit, dass das Grafeiidiploui von1798 dem Wappen zur Erinnerung an Werner IV. Grafen zu Oster-burg, welcher 1157, seinem Oheime, Albrecht dem Bären, beiderWiedereroberung von Brandenburg beistehend, fiel, im Mittslschildedas Wappen der Stadt Brandenburg hinzugefügt hat. Von denGliedern des Veltheim'sehen Adelsgeschlecht ist Bertram, gest. 1383,erzbischöfl. magdeburg. und herz, braunschweig. Rath, der nächstebekannte Ahnherr des gesammten Stammes. Von seinen Enkeln er-richtete Heinrich 1415 die schwarze und der Bruder desselben, lians,die weisse Part. Erstere kommt als ältere,' Letztere als jüngereLinie vor und aus der älteren oder schwarzen Linie sind die Grafenund Freiherren v. V., aus der jüngeren, oder weissen Linie aberdie Freiherren v. V. hervorgegangen. Aus der schwarzen Liniestammte Friedr. Aug. v. Veltheim, geb. 1709 u. gest. 1775, welchervon 1747 bis 1755 Präsident des Hofgerichts zu Wolfenbüttel war.Sein Benehmen als Mitglied der Magdeburgischen und Halberstiidti-schen Landstände in den Drangsalen des 7jährigen Krieges wurdedem Könige Friedrich IL von so vortheilhafter Seite bekannt, dassder König ihm eine Staatsminister-Stelle anbot, doch verhinderte dieschon wankende Gesundheit die Annahme derselben. Er legte von1754 den herrlichen Park zu Harbke an, führte mit dem Freiherrnv., Münchhausen auf Schwöbber in Deutschland zuerst die Cultur aus-ländischer Hölzer und Pflanzen ein und weckte mehr und mehr denSinn für Park-Anlagen. Der älteste Sohn desselben, August Ferdi-nand, geb. 1 741 und gest. 1801 war früher Berghauptmann zu Claus-thal , zog sich später auf das Gut Harbke zurück und lebte den V is-senschaften und der Natur. Nachdem er als Deputirter des engerenAusschusses der magdeburgischen Stände, besonders bei den Ver-handlungen über den Entwurf eines neuen Gesetzbuches seine Ta-lente bewährt hatte, wurde er 1798 von der magdeburgischen Ritter-schaft zum Deputirten erwählt, um dieselbe bei der Huldigung desKönigs Friedrich Wilhelm III. von Preussen zu vertreten , wobei er6. Juli 1798 für sich und seine Nachkommen den Preussischen Gra-fenstand, unter Erneuerung des alten Grafenstandes u. des gräflichen