Druckschrift 
9 (1870) (Steinhaus - Zwierlein)
Entstehung
Seite
260
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den Gliedern des Geschlechts nur noch zwei, oder nach einer anderenAngabe von dreiundzwanzig noch drei. — Zu Anlange des IG. Jahrb.blühten fünf' Linien: die Linie David's in Oesterreich, Leopold's inTirol und die Andreische, Wilhelmsche und Ehrenreichische Liniein Steiermark. Die vier letzteren sind schon lange erloschen. DieDavid'sche Linie theilte sich gegen Ende des 16. Jahrh. durch zweiBrüder, Job Hartmann in Oesterreich und Hans Friedrich in Steier-mark, in zwei Hauptlinien, von welchen die ältere, die Johann Hart-manns Linie, welche später die Ehrenreich-Trauttmansdorffsclie Ne-benlinie in sich fasste, nach Anfange des 19. Jahrh. erloschen ist, diejüngere aber, die Johann-Friedrichs Linie, durch Hans Friedrich'»jüngsten Sohn, Maximilian, geb. 1584, dauernd fortgesetzt wurde.Letzterer, s. oben, brachte mit seinen Brüdern 1623 den Reichsgra-l'enstand in diu Familie, erlangte die Herrschaft Weinsberg und 1631die Aufnahme in das Schwäbische Grafen - Gollegium, schloss 1635den Brager- und 1648 den Westplüilischen Frieden und ist derStammvater aller noch lebenden Sprossen des Hauses. Derselbe starb1650 und hinterliess aus seiner Ehe mit Sophia Grf. Pälffy siebenSöhne, für welche er eben so viele Fideieommisse mit wechselsei-tiger Substitution stiftete, doch nur zwei derselben hatten dauerndeNachkommenschaft und zwar stiftete der älteste Sohn, Adam Mat-thias, gest. 1684, die nun für den jeweiligen Aeltesten nach demRechte der Erstgeburt gefürstete Linie in Böhmen und der jüngsteSohn, Georg Sigmund, gest. 1708, die steiermärkische Linie. Dieböhmische Linie spaltete sich durch zwei Söhne des Stifters, AdamMatthias, in zwei Aeste, den älteren, jetzt fürstlichen Ast, oder dieNachkommenschaft Rudolph Wilhelms, gest. 1689 und den jüngerenreichsgräflichen, oder die Nachkommenschaft Sigmund Ludwigs,gest. 1707, die steiermärkische Linie aber trennte sich mit des Stif-ters Enkeln in zwei Aeste, den von Sigmund Ernst, gest. 1752, stam-menden ersten und den von Weicard Joseph absteigenden zweitenAst. — Aus dem älteren, später fürstlichen Aste der böhmischenLinie wurde Graf Franz Norbert, geb. 1705 und gest. 1786, mitseinen Nachkommen und den vom Grafen Maximilian, gest. 1650,stammenden Agnaten 1778 in das Schwäbische Reichsgrafen-Golle-gium mit Sitz und Stimme, wozu dieses Haus schon 1631, s. oben,eingeführt gewesen, aufgenommen. Graf Ferdinand — Sohn desGrafen Franz Norbert — kaufte die reichsunmittelbare BesitzungUmpfenbach bei Miltenberg am Main, -worauf derselbe, wie ange-geben, für sich und seine Nachkommen die reichsfürstliche Würdeerhielt und Sitz und Stimme im Reichsfürstenrathe erlangte. Um-pfenbach wurde zur gebürsteten Grafschaft erhoben, später aber,1812, verkauft und steht jetzt unter Staatshoheit der Krone Bayern,dem fürstlichem Hause Löwenstein-Wertheim - Freudenberg, Voll-rathischer Linie, zu. — Der Grundbesitz des Gesammthauses Trautt-mansdorff ist sehr bedeutend. Dasselbe besitzt als Fidei-Com missedie Herrschaften Teinitz und Gitschin in Böhmen, Hall und Walters-dorf in Oesterreich und Trauttmansdorff, Gleichenberg und Negau in