- 147 —
jüngere Sohn, Graf Friedrich Bogislaus Emanuel, s. oben, gest. 1824als General der Infanterie, wurde, wie schon erwähnt, bereits 1791in den Preussischen Grafenstand erhoben und 1798 zum königl. Flü-geladjutanten ernannt und mit diplomatischen Sendungen mehrfachbetraut. Nach dem Tilsiter Frieden zum Generallieutenant ernannt,nahm derselbe von 1813 bis 1815 an dem Befreiungskriege so ent-scheidenden und ruhmvollen Antheil, und zwar namentlich an denSchlachten bei Gross-Beeren und Bennewitz, so wie an den Einnah-men von Torgau, Wittenberg und Magdeburg, dass er, wie oben an-gegeben, neben einer Vermehrung des gräflichen Wappens, dasEhren-Prädicat „v. Wittenberg" erhielt. Aus seiner Ehe mit einerv. Amstedt entspross, neben einer Tochter, Grf. Lisette, geb. 1785,welche später als die Wittwe des 1838 gestorbenen k. preuss. Gene-rallieutenants Gustav Grafen v. Ilacke lebte, ein Sohn, Heinrich Bo-gislaus Graf T. v. W., welcher (1. Nov. 1854 den gräflichen Zweigschloss
v. Hellbach, II. S. 570. — N. Pr. A.-L. IV. S. 259 und 60. — Deutsche Grafenh. d. Gegenwart,II. S. 543—45. — Freili. v. Ledebur, III. S. 5. — Geneal. Taschenb. d. gräfl. Häuser, 1859, S. 852.1860, S. 831, 1861, S. 1022 und historisch. Handbuch zu Demselben, S. 986. — Siebmacher, V. 171.— W. B. d. Preuss. Monarchie, II 5: nach dem Diplome von 1791 und 6: nach dem Diplome von1814. — Pommernsch. W. B. III. 2.
Tauer, Taver (in Silber drei, 2 upd 1, schwarze Hahnenköpfemit Hälsen u. rothen Kämmen). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht,aus welchem bereits um 1505 Lorenz Thawer lebte. Ein gleichna-miger Sitz findet sich im Glogauischen. Die Familie sass 1505 zuRostersdorf im Steinauschen, 1547 zu Simbsen, 1559 zu Gaffron,1603 zu Barschau, 1664 zu Tarnitze, 1670 zu Kaltenhausen, 1700zu Borin und noch 1790 zu Poborschau im Koseischen. Her Stammblühte noch in das 19. Jalirh. hinein und Johann Joseph v. Tauer,früher Lieutenant im Begimepte Prinz Heinrich u. später Postmeisterzu Friedeberg in der Neumark, welcher 1808 noch lebte, war derLetzte des Stammes. — Dafür, dass, wie Sinapius angiebt, in Folgeeiner beständigen Ueberlieferung die v. Bothkirch von dem Ge-schlechte v. Tauer wirklich ihren Ursprung hätten, sprechen dieWappen nicht: die v. Tauer führten drei Hahnenköpfe, die v. Both-kirch aber führen drei Adlersköple.
Sinapius, I. S. 972. — Gauhe, I. S. 252G. — Freih. v. Ledebur , III. S. 5 u. 6. — Siebmacher,I. 68: v. Tauer, Schlesisch. — v. Meding, III. S. 661 und 62.
Taufferer, Freiherren (Schild geviert, mit Mittelschilde. 1 und4 in Blau ein silberner Steinbock, der an einem viermal gezackten,von der oberen rechten bis in die linke untere Schildesecke abstei-genden, silbernen Felsen hinauf läuft und 2 und 3 in Both drei, 2 u.1, schwebende, goldene Ballen oder Dotter [alle vier Felder gehörenzu dem Stammwappen] und Mittelschild: von Blau und Silber quer-getheilt, ohne Bild: bei Erhebung in den Freiherrnstand hinzu ge-kommen, wegen muthmasslicher Abstammung von dem erloschenen,bayerischen Geschlechte: Taufter v. Sinching). — Krainer Adelsge-schlecht, aus welchem IM. v. Taufferer 22. Mai 1649 unter die krainerLandstände aufgenommen wurde und welches bald darauf den Frei-
10*