— 138 —
in Ruinen liegende Schloss Tattenbach, Taettenbaeh und Tettenbach,4 Meilen von München, erbaute. Die Stammreihe beginnt Bucelinusmit Otto Tättenpeck, Ritter in Tettenbach, um 1280. Der Sohn des-selben, Ottocar T., wird als Herr auf Tettenbach und Lichtenau um1310 genannt. Von Ottocars Urenkel, Ortolph, Ritter, stammte alsUrenkel, Hans, Ritter, der K. K. Carl V. u. Ferdinand I. Rath, Oberstin Croatien und Hauptmann zu Gurck in Kärnten und von Letzterementspross Freili. Sigismund, s. oben, dessen drei Söhne, die GrafenJohann Christoph, Wolfgang Friedrich und Gotthard, s. oben, dreibesondere Linien stifteten: die ältere bayerische, die jüngere baye-rische und die voigtländische. Aus der von Johann Christoph ge-gründeten älteren, bayerischen Linie erhielt des Stifters mittlererSohn, Wilhelm , gest. 1G61, erst Ober-Kammerherr des ErzherzogsLeopold Wilhelm, später k. k. Geh. Rath und Gross-Prior des Jo-hanniter-Ortens, von dem erwähnten Erzherzoge, als Bischof zu Hal-berstadt, die dem Stifte nach dem mit Johann Ernst 4. Juni 1599erfolgten Erlöschen der alten Grafen von Rheinstein zurückgefalleneHerrschaft Rheinstein (Regenstein), im Harze als Lehen, welchederselbe bei seinem Tode, mit seinen anderen Gütern, den Söhnenseines älteren Bruders, Gottfried, hinterliess. Gottfrieds ältererSohn war der bekannte Johann Erasmus Gr. v. T., k. k. Statthalterin Steiermark, welcher sich in die Verschwörung der ungarischenGrafen Zrini, Nadasd und Frangipani einliess und, von seinem Kam-merdiener verrathen, 1071 mit seinen ungarischen Freunden undVerwandten enthauptet wurde. Die Güter in den Erblanden zogK. Leopold 1. ein, die Grafschaft Rheinstein aber nahm als verwirktesHalberstädtsches Lehen Kurfürst Friedrich Wilhelm von Branden-burg in Besitz. Durch die Nachkommen des Bruders des JohannErasmus, Gottfried Wilhelm, kurbayerischen Raths und Ober-Stall-meisters, blühte dioee Idnie bis zum 19. Nov. 1802 fort, an welchemTage sie mit dem Grafen Joseph Ferdinand, kurbayerischem Oberst-Hofmeister und Minister, ausgegangen ist. Die von Wolfgang Fried-rich gestiftete jüngere, bayerische Linie blühte ebenfalls bis in neuereZeit. Nach v. Lang lebte aus derselben noch 1815 Graf HeinrichChristian, geb. 1765, k. bayer. Kämm., Herr auf St. Martin, Falley,Adelsdorf und Maxelrain, später aber, wohl mit seinem Tode, istauch diese Linie erloschen. — Die von Gotthard gestiftete voigtlän-dische Linie auf Geilsdorf im Voigtlande blühte fort und blüht nochjetzt. Gauhe nennt als Gotthards Enkel die Grafen Johann Ernst,kurpfälz. Kämmerer und Gotthard (Juintin, welcher im Anfange des18. Jahrh. Senior des ganzen Geschlechts war. Beide hatten Nach-kommen. Nach v. Lang waren die drei in die Grafenclasse der Adels-matrikel des Kgr. Bayern eingetragenen Stamm-Aeltesten der Gott-hardschen Linie, die Gebrüder: Johann Franz, zu Geilsdorf, lc. bayer.Hauptmann, Carl, k. bayer. Rentbeamter zu Hipoltstein und JohannNepomuk, geb. 1772, k. bayer. Oberstlieutenant, Ur-Ur-Ur-Ur-Enkeldes oben genannten Stifters der Gotthardischen Linie. — Haupt desgrätlichen Hauses ist jetzt: Ludwig Graf' v. Rheinstein und 'Patten-