Stubenberg. Noch jetzt findet sich im Archive zu Ober-KapfenbergWiilflings Rüstung und das silberne Behältniss, in welchem derselbeden blonden Haarzopf'seiner Hausfrau beständig am. Helme trug undder Sage nach haben diesen Haarzopf der Stammmutter die Stuben-berge dankbar dem alth ergebrach teil Anker im Wappenschildc bei-gefügt. — Das Erb-Mundschenken-Amt in Steiermark besass dasGeschlecht schon 1186, in welchem Jahre zuerst einige steiermär-kische Erbämter erwähnt werden. Ulrich St. zog 1217 mit Herzog-Leopold von Oesterreich nach Palästina und Wülfing (IL), verm. mitElisabeth Grf. v. Ortenburg, wurde 1237 vom K. Friedrich II. be-fehligt, die Reichsacht wider Friedrich den Streitbaren, den letztenBabenberger, zu vollstrecken.— Durch die Söhne des Wülfing II.schied sich der Stamm in zwei Hauptlinien: Ulrich gründete dieHauptlinie zu Wurmberg, welche 1699 wieder ausging und Friedrichdie Hauptlinie zu Kapfenberg, welche dauernd fortblühte. Doch fin-gen mit Wülfing II. schwere Zeiten für das Geschlecht an. KönigOttokar Przemisl in Böhmen unterwarf sich Steiermark und nahm1269 Wülfing II. mit anderen Landherren in mehrjährige Haft, wäh-rend welcher die Burgen Stubenberg, Kapfenberg und Wülfingsteinabgebrochen wurden. Wülfing's II. Sohn, Friedrich, welcher bei derErhebung Albrecht's v. Habsburg eine bedeutende Rolle gespielt,liess sich später mit demselben in eine unglückliche Fehde ein undverlor seine gesammten Güter und Hans und Andreas St., Verwandteund Freunde des bekannten Baumkircher, kamen durch Fehde gegenK. Friedrich III. um alle ihnen zustehende Schlösser und Güter. —Von Wülfing II. stammte aus der Ehe mit der obengenannten Grf.v. Ortenburg im 8. Gliede Johann St., um 1558, welcher, vermähltmit Benigna Freiin v. Scliärffenberg, zwei Söhne, die Stifter zweierSpeciallinien der Hauptlinie zu Kapfenberg, hinterliess: Rudolphgründete die ältere Linie, welche mit dem Reichsgrafen WilhelmAugust, s. oben, erlosch und Georg llartmann die jüngere, jetzt blü-hende Linie. Letztere schied sich durch drei Enkel des Stifters indrei Aeste: Wolfgang der Jüngere stiftete den älteren Ast, oder dieLinie zu Stubegg (Stubeck) und Gutenberg, Otto den mittleren, imAnfange des 19. Jahrh. ausgestorbenen Ast, oder die Linie zu Unter-Kaplenberg und Franz Georg den jüngeren Ast, oder die Linie zuOber-Kapfenberg. Der letztere Ast hatte sich durch zwei Söhne desStifters in zwei Zweige geschieden, nämlich durch Leopold in denälteren und durch Franz de Paula in den jüngeren, mit dem Sohneund Enkel desselben im Anfange des 19. Jahrh. erloschenen Zweig.Sonach blühte später nur noch von dem ganzen Stamme von der jün-geren Speciallinie der ältere Ast: die Linie zu Gutenberg und von demjüngeren Aste der ältere Zweig; die Linie zu Ober-Kapfenberg. —Ein Grafendiplom haben, mit einer einzigen Ausnahme, die Gliederder Familie, welche sich immer Herren und Herrinnen v. Stubenbergschrieben und schreiben, nannten und nennen, nie gesucht, erhalten,oder angenommen. Der Ilerrentitel, welcher bei diesem Hause all-gemein u. unterscheidend ist, erhält das Andenken des alten Glanzes
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