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Lieven, Freiherren, Grafen und Fürsten. Schwedischer Frei-herren- und Grafen-, Reichsgrafen- und russischer Fürstenstand. Reichs-grafendiplom von 1789 für Georg Wilhelm Friedrich Thaddaeus Philippv. Lieven aus dem Hause Bersen in Curland und Fürstendiplom vom3. Sept. 1826 für Christoph Andrejewicz Gr. v. Lieven, k. russisch. Ge-nerallieutenant. - - Das älteste und, wie angenommen wird, das einzigein neuer Zeit noch blühende, eingeborene livische Adelsgeschlecht Lief-und Curlands, welches in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. nach Schwe-den und im 18. Jahrh. nach Russland kam. In Schweden gelangte dieFamilie zu hohen Ehrenstellen und Würden u. erhielt den Freiherren- u.Grafenstand. Es wurden nämlich Reinhold, Berndt, Otto u. Jürgen v. Liwe24. Sept. 1653 in den Freiherrnstand u.IIans Hindrich v. Liewen 31.Doc.1719 in den Grafenstand erhohen. Ein Freih. v. Lieven, k. schwedischerGeneralmajor, zeichnete sich im Kriege gegenPolen, besonders 1707 beider Belagerung von Thorn, rühmlichst aus. Joh. Helmerich oder HeinrichGraf v. Lieven wurde 1721 schwedischer Reichsrath und starb alssolcher 1733, auch war Bernhard Gr. v. L. 1730 mit derselben Würdebekleidet. Später, 1740, wurde ein Graf v. Lieven k. schwed. Generalen Chef und 1743 erhielt der k. russ. Generalmajor Freih. v. L. dasMitcommando über die Landtruppen. — Der obengenannte in denReichsgrafenstand versetzte Graf v. L. stammte aus dem Zweige der Fa-milie, welcher sich seit 1507 in Kurland auf dem Majorate Bersen imKirchspiele Dohlen fortgepflanzt hatte und Fürst Christoph Andrejewiczgehörte zu dem s. g. russischen Zweige des Geschlechts. — Die reichs-gräfliche Linie ist nach der Mitte des 19. Jahrh. mit dem Sohne desEmpfängers des Grafendiploms, s. oben: Georg Thaddaeus Philipp R.-Grafen und Ritter v. Lieven im Mannsstamme erloschen. Derselbe, geb.1771, k. k. Kämm., k. bayer. Generalmajor und Majoratsherr auf Bersenin Curland, hatte sich mit Julie v. Löwenstern a. d. H. Wolmarshoff inLiefland vermählt, aus welcher Ehe zwei Töchter entsprossten: Grf.Adele, geb. 1806, Erbmajoratsfrau auf Bersen, verm. mit Anton EduardGr. v. Königsfels, k. russ. Kammerjunker und Erbherrn auf Blankenfeldin Curland und Grf. Sophie, geb. 1808, welche als Gemahlin des Erb-majoratsherrn auf Besten in Curland: Paul v. Fircks gestorben ist.
Hübner, in den Supplem. — Gauhe, II. S. 1647 und 48. — Deutsche Grafenhäuser derGegenwart, II. S. 37. — Freih. v. Ledebur, III. S. 301. — Geneal. Taschenb. d. gräflichenHäuser, 1838. S. 315 und 1857. S. 460 u. histor. Handb. zu] Demselben , S. 521. — Neirnbt,Curl. W.-B. 29. — Cedercrona, Svea Rikes etc. Friherrar, Tab. 7. Nr. 40 und Grefwar,Tnb. 12. Nr. 67.
Ligertz, Ligerz. Ein früher zu dem fränkischen Adel zählendesGeschlecht.
t>. Ifatlstein, III. S. 315. — Suppl. zu Siebm. W.-B. IV. 17.
Ligne, Grafen und Fürsten. Reichsgrafen- und Fürstenstand. Gra-fendiplom von 1549 für Jacob Baron v. Ligne, kaiserl. ehemaligen Ab-gesandten an den päpstlichen Hof und Fürstendiplom von 1602 für La-moral Grafen v. Ligne, Grand von Spanien, Erzh. Albert's Staatsrath,Gouverneur von Artois etc. — Altes, sehr berühmt gewordenes, nieder-ländisches Herrengeschlecht, eines Stammes mit den Herzogen von Arem-berg und Croy, dessen Stammhaus, das Bergschloss und das Städtchen