Druckschrift 
5 (1864) (Kalb - Loewenthal)
Entstehung
Seite
12
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Kaltenborn und Stachau, auch Freiherren. Im Kgr. Preussenanerkannter Freiherrnstand. Altes thüringisch-meissnisches undschlesisclies Adelsgeschlecht, dessen etwaige Auswanderung aus Thü-ringen u. Meissen nach Schlesien sehr früh stattgefunden haben miisste,da nach 1400 urkundlich Glieder der Familie in Meissen u. Thüringennicht mehr vorkommen u. solche erst Ausgangs des 17. Jahrb. in Ober-sachsen wieder auftreten. Nach einer Familiensage soll das Geschlechtein ursprünglich schlesisclies sein und Adel und Wappen vom K. Hein-rich 11. 1015 an Konrad Ulrich Kaltenborn unter Belehnung mitSchlossStachau im Nimptschen verliehen worden sein, zu welcher BelohnungMarkgraf Gero zu Brieg noch als Geschenk die Allodialgiiter Tscliöplo-witz u. Wasserjcntsch hinzugefügt habe. Wie die Sage erzählt, sollConrad Ulrich sich durch Erschlagung des polnischen Statthalters Ze-rotin auf Schloss Stachau um die Vertreibung der Polen aus Schlesien(i015)'besonders verdient gemacht haben. In Schlesien theilte sichin älteren Zeiten die Familie Kaltenborn das Wechseln der Endung,,born" inbrunn, brunnen, bron, bronnen" im Namen der Familie war,wie schon Sinapius bemerkt, früher eben so zufällig , als häufig inzwei Linien: Kaltenborn aus dem Hause Stachau u. Kaltenborn a. d. II.Sadewitz. Hie sadewitzer Linie erlosch um 1600 im Mannsstamme.Die Stachauer Linie nannte sich seit alter Zeit: Kaltenborn u. Stachau,oder Kaltenborn, a. d. II. Stachau, später aber Kaltenborn-Stachau u.ihr gehören alle jetzt bekannten Sprossen des Stammes an. welche imzwei Speciallinien, der älteren u. jüngeren, s. unten, aufgeführt werden. Ohne besonderen Grund nennt sich die jüngere derselben und ganzneuerlich theilweise auch die ältere vorzugsweise gern: v. Kaltenborn-Stachau , die ältere noch gewöhnlicher: Kaltenborn v. Stachau. Derzweite Beiname: Ratibor wird selten hinzugesetzt. Am gebräuchlichstenist der Kürze wegen der einfache Name: v. Kaltenborn. Den Frei-herrnstand, mit dem Prädicate: v. Stachau u. Ratibor, erhielten vomK. Ferdinand III. die drei Söhne des Caspar v. K. und St. auf Stachauaus der Ehe mit Barbara v. Krockwitz: Wenzel v. K. u.St. (geb. 1602u. wohl ohne Nachkommen um 1650 gestorben) auf Rossnochau undRosswadzä im Ratiborschcn, kais. oberster Proviantmeister in Schlesienu. der Fürstentümer Oppeln u. Ratibor Steuer-Einnehmer, Georg v. lv.u. St. auf Rosswize u. Bernhard v. K. u. St. auf Plotwitz und Siegroth. Die jetzt im Kgr. Preussen und in Kurhessen vorkommenden Fami-lienglieder stammen von dem ebengenannten Freili. Georg, vermählt mitHedwig v. Bayorin. Der gleichnamige Sohn desselben, gest. 1671,warHerr auf Tzschöppelwitz u. Wasserjentsch m der Fürstentli. Oppeln u.Ratibor Ober-Land-Commissair und aus seiner Ehe mit Eva v. Redigerentspross Wilhelm Gustav v. K. u. St.; gest. 1725 als h. sachs.-merseb.Geh.-Rath u. vorm. mit Anna Elisabeth v. Gustedt, dessen Sohn, Chri-stian Wilhelm, gest. 1762. kursächs. Oberst, verm. mit Catharina Wil-helmine v. Wolffersdorf, zwei Söhne hatte: Carl Wilhelm, gest. 1814,k. säclis. Capitain und Rudolph Wilhelm, gest. 1818, kurhess. Major,welche die georgsclie Linie in eine ältere u. jüngere Speciallinie schie-den. Eine andere vom Freili. Georg stammende, von dem Sohne des-