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Westphalen, wo, so wie am Niederrhein, 21 verschiedene Familienden Namen Hoyngen und Huene mit verschiedenen Schreibarten undBeinamen geführt haben, nach Curland gekommenes Adelsgescbleckt,welches sich in Curland, Liefland, Estbland, Oesel, Samogetien undin neuester Zeit auch im Gouvernement Cherson ausbreitete. Das-selbe wurde in der von der Ritterbank von 1620—1634 aufgestelltencurländischen Adelsmatrikel in die erste Classe der notorisch altenGeschlechter, welche gleichzeitig ihre Ahnen angegeben hatten, ein-getragen. Die Immatriculation in Estbland erfolgte 1729, in Liefland1812 und in Curland ist, gemäss dem aus dem Heroldie-Departementedes dirigirenden Senats 3. April 1862 ergangenen Ukase, der Familiedie Berechtigung zur Führung des Baron-Titels anerkannt worden.
— Die Güter des Geschlechts in den russischen Ostsee-Provinzensind: Aahof (1501) Addita, Collef, Eckhof, Febsen, Feldhof, Heimar,Jedefer, Judiszeck, Iiatfel, Kelp, Gr. Laitzen, Leehzt, Nawwast, Pa-juhnen, Gr. u. Kl. Ploinen, Pobbirzen, Rahden, Satticken, Sessau,Wagninnen, Wannemois und im Gouvernement Cherson Serebrennoe.
— Die Familie ist vielleicht ein Sprosse der vom 13.—15. Jahrb. inder Grafschaft Mark in der Umgegend von Soest vorkommenden Fa-milie v. Hoigen, deren Wappen nicht ermittelt ist. Das Wappen derHoyngen auf d. Burghofe Hoyngen beiUnna ist nach v. Steinen, Tab. 26.Nr. 4, ein anderes, doch sind Angaben vorhanden, dass die H. gen.Ii. auf diesem Burghofe gewohnt haben sollen. In der Umgebung, vonUnna u. Soest wohnten übrigens verschiedene Geschlechter, welche,abgesehen von den Tincturen, die drei Ringe im Wappen führten, soz. B. die v. Frytag, Herrike, Grevel, Lamsdorp u. Asseln. Die v. Fry-tag, Freytag, s. Bd. III. S. 346 u. 347, führen mit den v. Huene auchdieselben Helmzierden, nur ist ihr Schild etc. blau u. es dürften wohlbeide Familien als zu einem Stamme gehörend betrachtet werden. —Von den Sprossen des Stammes kehrten zu verschiedeneu ZeitenEinige aus Curland nach Deutschland zurück. Ein Zweig kam nachFürstenau im Osnabrückschen und von da nach Kurhessen, wo er aufNiederbeisheim bei Homburg saSs und mit den beiden Brüdern: Jo-hann Christoph v. H. gen. IL, hessisch. General, gest. 1780 zu Neu-York während des americanischen Feldzuges, und Wilhelm Carl, hess.General-Lieutenant und Commandeur des Leib-Dragoner-Regiments,gest. 1795 zu Niederbeisheim, erloschen ist. Ein anderer Zweig ge-langte mit Christoph Wilhelm v. IL gen. H., welcher in k. pr. Militär-dienste trat, aus Curland nach Preussen. Yon dem Genannten ent-spross Heinrich Friedrich Ernst Georg Wilhelm v. IL gen. IL , gest.1858 als k. preuss. General-Lieutenant a. D. Derselbe, welcher infrüheren Jahren als Platz-Ingenieur dem Festungsbauo von Coblenzu. Ehrenbreitstein vorstand, war zuletzt Inspecteur der 3. Ingenieur-Inspection zu Coblenz und von ihm stammt: A. v. Hoitlingen, genanntHuene, k. pr. Bergmeister zu Siegen u. später zu Unkel am Rheine.
Handsohriftl. Notiz. — Hupel , nord. Miscell., 3. St. S. 15 u. 18. u. 19. St. S. 151 unddesselben Topographie von Liv. u. Estliland, II. S. 61. — v. Firks, über den Urspr. d. Adelsin den russ. Ostsee-Prov., S. 158. — Fahne, cöln. jülich-berg. Geselil. I. S 161 u. desselbenwestphal. Geschl. S. 221. — Freih. v. Ledebur , I. S. 38*2 u. III. S. 279. — Curland. Gouveru.-Zeitung, vom 2. Juni 1862. — Neimbt, Curland. W.-B. Tab. 18.
Kneschke, Deutsch. Adels-Lex. IV. 33