Druckschrift 
4 (1863) (Graffen - Kalau v. Kalheim)
Entstehung
Seite
495
Einzelbild herunterladen
 

495

seine Güter 1595 der Stadt Emden und da er und seine Brüder kin-derlos starben, hörte in Friesland der Name Ilowerda auf, währendEgher, ein älterer Bruder des Keno, den Stamm in Westphalen fort-setzte. Derselbe besass nämlich durch seine Gemahlin, Ewcler Gran-werth, das Gut Schwege im Niederstift Münster und erwarb, nachdemer von dem Drosten zu Kloppenburg, Johann v. Dincklage, aus dieserBesitzung gewaltsam vertrieben worden war, von den Grafen v. Calen-.berg die Burg Iioltersburg bei Warburg. Im 30jährigen Kriege wurdediese Burg zerstört, Eghers Sohn, Friedrich, flüchtete nach Warburg,verlor aber, als diese Stadt 1632 von den Hessen eingenommen undniedergebrannt wurde, alle seine Habe und so konnte die Holtersburgnicht wieder aufgebaut werden: Friedrichs Sohn, Johann, musste inWarburg bleiben, wurde daselbst Bürgermeister und legte durch Ver-mählung mit Anna, der Tochter des Johann Weddig, Burggrafen vonWarburg, den Grund zu dem neuen Emporkommen der Familie.Letztere war vorher mit Bernhard Pleging, Rathsherrn zu Warburg,vermählt, aus welcher Ehe ein Sohn, Johann Adrian, k.. k. w. Geh.-Rath und Oberamtscanzier in Schlesien, entspross, welcher vom K.Carl VI. unter dem Namen v. Plencken, Plenken, in den Freiherrn-stand erhoben wurde und bei seinem 1718 kinderlos erfolgten Todesein beträchtliches Vermögen den Kindern seines, 1711 in der Die-mel ertrunkenen Stiefbruders Johann Friedrich Howerd (der friesischeName Ilowerda war später in Howerd verändert worden u. das Gra-fendiplom schrieb den Namen: Iloverden) hinterliess. Von Letzterenübernahm der älteste Sohn, der kaiserl. Oberamtsrath Johann JosephHowerd die Güter und wurde mit seinem Neffen, Johann Philipp,unter dem Namen: Howerd-Plencken, 13. Juli 1721 in den böhmi-schen Ritterstand versetzt. Beide starben ohne Nachkommen u. dieeinzige Erbin wurde die Schwester des Johann Philipp, Christine,welche sich mit ihrem Vetter, Ignatz Howerd, einem Sohne Bernhardsu. Bruderssohne des genannten Johann Joseph, vermählte u. dadurchder Familie die Güter erhielt. Um dieselben aber für die Folge zusichern, stiftete Christine, deren Gemahl, wie oben erwähnt, denGrafenstand erhalten hatte, das Majorat Hünern im Kr. Ohlau undzwar zunächst für die Grafen v.Hoverden, im Falle des Aussterbeusdes Mannsstammes aber für den ältesten Sohn der dem letzten Be-sitzer zunächst stehenden weiblichen Ploverden unter Annahme desNamens Iloverden. Diese Angaben, welche nach Allem aus der Fa-milie selbst stammen, sind dem Werke: Deutsche Grafenhäuser d.erGegenwart entnommen, stimmen aber mehrfach nicht mit AngabenAnderer. Erwähnt sei hier nur, dass Megerle v. Mühlfeld sagt:Ho-verd, Brüder Johann Joseph und Johann Adrian, im Jahre 1721 böh-mische Ritter mit v. Plenckhen;" dass das N. Preuss. Adelslexiconangiebt, der eben genannte Johann Adrian habe Johann Adrian Bern-hard geheissen u. dass, wie Mehrere anführen, Philipp Joseph v. II.-P. wohl der obengenannte Johann Philipp 19. Nov. 1753 denFreiherrnstand des Kgr. Preusseu erhalten habe. Der Artikel im N.Preuss. Adelslexicon ist übrigens, abgesehen von einigen Unrichtig-