Druckschrift 
4 (1863) (Graffen - Kalau v. Kalheim)
Entstehung
Seite
489
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v. d. Horst zu Horst, Dietrich die Linie v. d. H. zum Hauss und zuMilsen und Heinrich die Linie v. d. H. zu Mudlinghoven und Hellen-bruch. Die erstere Linie, die zu Horst, erlosch im Mannsstamme mitdem Stifter, dessen einzige Tochter aus der Ehe mit Maria v. Paland-Keppel die väterlichen Güter ihrem Gemahle, Bertram v. Loe-Palster-kamp, zubrachte und auch die dritte Linie, die zu Mudlinghoven undHellenbruch, starb gegen die Mitte des 18. Jahrb. mit den Kinderndes mit Anna Christiana v. "Wachtendonk vermählten Drosten zuVlotho Arnold Friedrich Freih. v. d. H. aus, da die drei Söhne ausdieser Ehe, die Freiherren Hermann Arnold, Carl Franz und JohannEgmont, sich nicht vermählten. Dagegen blühte die zweite Linie,die zum Hauss und zu Milsen, noch fort. Der Stifter derselben, Die-trich, Herr zum Hauss, Bath des Herzogs Johann Wilhelm, Hofmeisterund Amtmann zu Düsseldorf, hatte sechs Söhne. Der älteste dersel-ben, Johann v. d. H., clevescher Marschall, vermählte sich mit Ger-trude v. Wylich, Erbin zu Rosau im Kr. Rees und stiftete die LinieHorst-Rosau, aus welcher später die Grafen v. d. Horst zu der Rosauhervorgingen — die übrigen Söhne Dietrichs waren sämmtlich Dom-herren , doch trat der jüngste derselben, Heinrich, in den weltlichenStand zurück, wurde Amtmann zu Mettmann, verm. sich mit Agnesv. Schall, Erbin zu Bell im jetzigen Kreise Gladbach u. setzte seineLinie fort. — Die gräfliche Linie ist mit dem obengenannten GrafenJohann Hermann, kursächs. Generalmajor und Kammerherrn, l.Dec.1765 im Mannsstamme erloschen u. es lebte im Anfange des 19. Jahrb.noch die Wittwe desselben, Johanna Amalia v. Berlepsch a. d. HauseUrleben, geb. 1729 und die Tochter, Grf. Maria Anna, geb. 1756. —Die Familie war nach den genauen Angaben des Freih. v. Ledebur,wie im 15., 16. und 17., so auch noch im 18, Jahrhunderte sehr an-sehnlich begütert, ist aber im 19. Jahrh. erloschen, doch fehlen nähereNachrichten über das Aussterben des alten Stammes. — Unter denMitgliedern des Dom-Capitels zu Münster ist 1800 noch, angegeben:Ferdinand Ludwig v. d. Horst zu Cappelen, Archidiaconus u. Propstzu Beckum, Sigillifer und Landschafts-Pfennigkammer-Deputirter.

Bucelini, German, sacra, I. S. 213. — Braun , adel. Europa, Speier, 1675, S. 697. — Gauhe,I. S. 902 und S. 3095 und 3096. — Jacobi, 1800, IL S. 244: Gr. v. d. H- z. d. Ilosau. —N. Pr. A.-L. IT. S. 441 u. 442. — Freih. v. Ledebur , r. S. 378 und IIL S. 278. — Siebmacher,

I. 125 : v. H. Rheinländiseh. — Fuldaischer Stiftscalender. — Münsterscher Stiftscalender von1784. — v. Meding, I. S. 258. — Vetter, Bergische Ritterschaft, S. 40. — Robens , Element.Werkch. I. 46 u. desselben niederrhein. Adel, IT. S. 133. — W.-B. d. Preuss. Rheinprovinz,

II. : nicht immatriculij-ter Adel, Tal». 27. Nr. 54 u. S. 13S.

Horst, von der Horst, Freiherren (Schild der Länge nach getheilt:rechts silbern, ohne Bild und links rotli u. mit einem silbernen Netzüberzogen). Im Kgr. Preussen durch Cabinets-Ordre vom 11. Mai1844 anerkannter, althergebrachter Freilierrnstand. Altes, westphä-lisches, ursprünglich ans der im Emscherbruch im Münsterschen ge-legenen Herrlichkeit Horst stammendes Rittergeschlecht, von welchemein Zweig des Hauptstammes in die Grafschaft Vechta kam, währendandere Linien, von denen die einzig noch übrig gebliebene zu Endedes 18. Jahrh. im Mannsstamme erlosch, sich nach dem Rheine hinausbreiteten. Die Stammreihe des Geschlechts fängt mit Emmerichan, dessen Sohn Dietrich 1180 auf seiner Burg Hinckamp an d. Haase