— 140 —
Hagen, roin Hagen, Freih. u. (trafen (Schild geviert, mit silbernem,den preussischen Adler zeigenden Mittelschilde. 1 u. 4 in Gold eineaufrecht gestellte, oben geöffnete, silberne Schafscheere, 2 in Silberzwei schwarze Querbalken und 3 in Silber, wie meist angenommenwird, zwei aufrecht gestellte, schwarze Angelhaken, oder nach EinigenWolfangeln. Bei-Verleihung dieses Wappens wurden zwei Wappenberücksichtigt, nämlich der Schild der vom Hagen zu Beuna, s. unten:Linie zu Deuna, welcher nach treib, v. Ledebur zwei alterthümlicheSchlüssel zeigte und der der Linie zu Rüdigershausen, welche früherauch unter dem Namen Hayn vorkam. Letzteres Wappen, welchesauch die v. Hayn führten, die im 15. Jahrb. Salzpfänner zu Hallewaren, giebt Siebmacher, wie folgt, an: Schild der Länge nach ge-theilt: rechts in Blau eine Schafscheere u. links in Gold drei schwarzeQuerbalken. Beide Wappen sind schon seit langer Zeit vereinigt, ge-führt worden und da, wie angegeben, das Wappenbild der vom Hagenzu Deuma zwei alterthümliche Schlüssel sein sollen, hat man neuer-lich, statt der Angelhaken, oder Wolfangeln, solche Schlüssel für dasrichtige Wappenbild gehalten, doch sagt Siebmacher 1605 in der„Declaration" ausdrücklich: Schild weiss, die beiden Haken darinschwarz). Grafenstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 10. Juli 1803iür Christoph Friedrich Wilhelm v. Hagen, k. preuss. Geh.-Ober-Finanzrath , Herrn der Herrschaft Möckern etc. im Magdeburgischen.Altes, früher zunächst dem Eichsfelde" u. der Grafschaft Hohensteinangehörendes Adelsgeschlecht. - Nach Angabe des als genauen ge-nealogischen Forscher bekannten Thomas Philipp v. der Hagen, k.preuss. Präsidenten, haben die in mehreren deutschen Ländern mitdem Namen: Hagen vorkommenden Familien säuimtlich gleiche Ab-kunft und sind eines und desselben Stammes und wenn sich auch beider Verbreitung in andere Länder und bei der Trennung und Ver-änderung der Wohnorte die Schreibart und das Wappen änderte, soergiebt sich doch Eins oder das Andere bei allen diesen Geschlech-tern, was für obige Angabe spricht Als der Ahnherr des ganzenStammes wird gewöhnlich Eberhard v. Hagen genannt, welcher aufder Burg dieses Namens sass. Um dieselbe entstand ein Ort, welcherjetzt als ein grossh. hessisches Städtchen, unweit Frankfurt a. DL,Hayn zur Dreieich heisst. Im Laufe der Zeit breitete sich das Ge-schlecht in mehreren Ländern aus und gelangte auch nach Thüringen,wo Altengottern im jetzigen Kreise Langensalza, welches schon 1370der Familie zustand, der Stammsitz wurde. Aus dem thüringischenStamme war im 14. Jahrb. Ernst v. Hagen Herr der in sehr früherZeit von dem Geschlechte erhauten Hainerburg unweit Mühlhausenund die Söhne desselben, Dietrich u. Heinrich, gründeten im Eichs-felde die Linien zu Deuna und Rüdigershagen, zwei im Kr. Worbisgelegene Güter. Die Linie zu Deuna, welche Besitzung schon 1376in der Hand der Familie war, starb im 18. Jahrb. aus, während diezu Rüdigershagen, weit sich ausbreitend, dauernd fortblühte. EinZweig der letzteren Linie erwarb in der zweiten Hälfte des 18. Jahrb.die ansehnliche Besitzung Möckern im Kr. Jerichow I. u. zu diesem