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4 (1843)
Entstehung
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worden, erschien 1524 der erste Anhänger Luthers und der neuen Lehre,Albert Münster, in Aachen, wurde aber gleich, mehrerer Missethatenangeklagt, gesanglich eingezogen und verbrannt. 1531 fand die KrönungFerdinand's I,, des letzten in Aachen gekrönten Kaisers, statt; denn vonda an wurden die Jnsignien nur stets nach Frankfurt durch Gesandteüberbracht. Aber wie von dieser Zeit des deutschen Reiches Macht und Herr-lichkeit zusehends dahinschwand, so auch der Glanz Aachens, welches nebenäußeren Calamitäten, durch religiöse Unruhen und alle ihre Folgen auf dasBedauerlichste heimgesucht wurde. I» der Stadt, die noch 1530 auf demReichstage zu Augsburg ihre Anhänglichkeit an den katholischen Glaubenfeierlich hatte erklären lassen können, erschienen 1533 erst heimlich, dann öf-fentlich lutherische Prediger, welche dann (1544) durch fremde Fabrikantenaus Flandern und Artois, die, Luthers und Calvins Lehren anhängend, inAachen ansässig waren, unterstutzt wurden. Die Verbannung Vieler derselbenhalfNichts und eS kam (1552) zu heftigen Religionsunruhen, die 1558 durchdie Erscheinung von Wiedertäufern noch vermehrt wurden. Obgleich nunder Magistrat stets auf's Strengste gegen alle Anhänger der neuen Lehreeinschritt, und sie in jeglicher Weise zu unterdrücken suchte, so gewannendoch dieselben gegen das Ende des Jahrhunderts so an Zahl und Macht,daß sie sich mit Gewalt, und nach einem mit abwechselndem Glück inden Straßen der Stadt geführten Kampfe in den völligen Besitz des Re-giments setzen konnten. Aachen wurde deßhalb 1538 von Kaiser Nu-dolph II. in die ReichSacht erklärt und deren Vollziehung Limburg undJülich übertragen. Am 1. Sept. d. I. wurde durch deren Hülfe dieStadt von den Katholischen wieder eingenommen, und der alte Magi-strat restituirt. Indessen dauerte die Ruhe nicht lange, und schon im Jahre16ll brachen neue religöse Wirren aus. Die Reformirten bemächtigtensich der Thore, plünderten das Kloster der seit 1531 in Aachen sich auf-haltenden Jesuiten, zerstörten deren Kirche, und es erschienen zu ihrerUnterstützung brandenburgische Soldaten in der Stadt. General Spinolabelagerte daher 1614 dieselbe, zwang die Brandenburger zum Abzug,und stellte Alles nach Kaisers Rudolph's Beschlüssen wieder her. In-zwischen hatten schon in Folge dieser Unruhen und, in ihrem Glaube» ge-stört, viele Fabrikanten Aachen verlassen, und sich großenteils in denumliegenden, dadurch aufblühenden Orten Eupen, Montjoie, Burtscheid,Stolberg niedergelassen, wodurch namentlich die Messing-Industrie ganzschwand, und die Stadt sehr zurückging, besonders nachdem in Folge resgroßen Brandes (1656) auch noch ein großer Theil der Zurückgebliebenensie verließ. In diesem Jahre nämlich, am 2. Mai, brach in dem Hauseeines Bäckers ein Feuer aus, das bei heftigem Südwestwinde sich so ver-breitete, daß bald an kein Löschen mehr zu denken war. Auf den Höhenvor der Stadt sahen die Bürger dem Flammenmeere zu, das erst amfolgenden Tage sich legte, nachdem es 4666 Häuser, das Dach des Rath-hauses nebst dem Stadtarchiv und der Bibliothek, die meisten Kirchenund Klöster und das Dach der Münsterkirche verzehrt hatte. Zwar erhobdie Stadt, durch die thätige Hülfe der benachbarten Orte unterstützt, baldviel schöner sich aus ihrer Asche, aber in den ersten Zeiten fehlte es ihrnoch sehr an Bevölkerung, und auch späterhin hat sie sich in dieser Hin-sicht nie wieder zu ihrem vorigen Zustande emporgeschwungen. 1668 fandzu Aachen der Friedensschluß zwischen Frankreich und Spanien statt.Von nun an aber verliert sich seine Geschichte immer mehr in der allge-meinen des deutschen Reichs bis zur französischen Revolution. Von denverschiedenen Kriegen, welche das Ende des 17. und die erste Hälfte unddie Mitte des 13. Jahrhunderts bezeichnen, hatte Aachen, in dem so ofthinüber und herüber erkämpften Grenzland zwischen Maas und Rheingelegen, im Ganze» weniger zu erleiden, als man glauben sollte, wäh-rend es hinwiederum durch seine anmnthige, zugängliche Lage und dieberühmten Quellen zu einem Badeorte wurde, wie sie die neuere Zeiterst kennt, wcßhalb denn auch in dieser Periode manches für Verschöne-rung der Stadt und Cultiviniug ihrer Bäder und anderer Anstalten ge-

schah. Daher wurde auch Aachen 1748 zu dem Sitze des von den Ge-sandten fast aller europäischen Staaten besuchten Congresses erwählt, dermit dem Frieden zwischen Oesterreich, England, Holland und Frankreichschloß. In dem vorletzte» Dccennium des Jahrhunderts störten die in-nere Ruhe noch einmal bürgerliche Unruhen, welche diesmal, rein poli-tisch gegen den patrizischen Magistrat ausbrechend, bald zu großer Hef-tigkeit aufloderten, so daß ein Einschreiten von Commissarien des Königsvon Preußen (als Herzogs zu Eleve) und des Churfürsten von der Pfalz(als Herzogs zu Jülich und Berg) stattfinden mußte. Doch gingen balddiese, unter dem Namen derMäkelei" bekannten Zwistigkciten in demAlles fortreißenden Strome der französischen Revolution unter, derenerste Eroberung auf deutschem Boden Aachen war, das den 12. September1792 durch General Dampierre eingenommen wurde. Zwar mußten dieFranzosen 1793, nachdem der östreichische Feldmarschall Prinz Koburg(2. März) bei dem benachbarten Flecken Aldenhoven General Dumouriezüberwunden hatte, die Stadt wieder räumen; allein schon 1794 rücktensie wieder ein, und wurde der alte Sitz der deutschen Kaiser, nachdemer den Jakobinismus der Schreckenszeit und die ersten Jahre der Repu-blik durchgemacht, 1801 durch den Lunevillcr Frieden definitiv mit Frank-reich vereinigt, Hauptort des Roerdcpartements. Napoleon, der Aachensehr liebte, begünstigte es in vielfacher Weise, namentlich durch Errich-tung eines seitdem wieder nach Köln verlegten Bisthums. 1815 wurde,nachdem schon das Jahr zuvor die verbündeten Mächte die Stadt wiedererobert, dieselbe mit Preußen vereinigt, und dort, dem nunmehrigenHauptort des Regierungsbezirks Aachen, für alle Rheinland? gehuldigt.Von nun an geht die Geschichte der Stadt mit der ihres neuen StaatesHand in Hand. 1318 wurde in ihren Mauern der bekannte große Con-greß europäischer Monarchen abgehalten, das letzte Ereigniß für uns,welches den Namen Aachens in die allgemeine Historie einträgt. Dieinnere Geschichte der Stadt selbst aber wird von nun an durch ihr stetssteigendes Aufblühen, ihre bedeutende Vergrößerung (von 25,000 Einw.bis zu 43,000, die sie zur Zeit umschließt), ihre zunehmende Verschöne-rung bezeichnet, die fetzt, bei kräftig erstrebendem deutschem Sinne, wie-derum einen würdigen Platz unter Deutschland's Städten einräumen derStadt, von welcher einst Marimilian II. sagen konnte:Aachen, wo dierömischen Könige zuerst geweiht und gekrönt werden, übertrifft, nachRom, alle Provinzen und Städte an Vorrang der Würde und Ehre".*)Gegenwärtig ist Aachen der Sitz einer königlichen Regierung, einesLandgerichts, eines Handelsgerichts, zweier Friedensgcrichtc, eines Dom-stiftes, eines Gymnasiums, leiner höheren Bürgerschule, und mehrerergemeinnützigen Institute. Man zählt dort 76 öffentliche Gebäude (wo-runter 8 katholische und 1^ evangelische Pfarrkirche), 2900 Wohnhäuser,132 Fabriken und 43,000 Einwohner, unter welchen gegen 1500 Pro-testanten und 200 Juden. Die Stadt hat 8 Thore, 87 zur Nachtzeitmit Gas erleuchtete Straßen und Gassen, mehrere schöne Plätze undöffentliche Spaziergänge. Sie liegt auf einem hügeligen Boden, dendrei Bäche, Pan, Ponell und Johannisbach durchfließen, die, westlichvon der Stadt entspringend, in derselben den Abfluß der Mineralquellenaufnehmen, sich am Adalbertsthore vereinigen und dann in die ebenfallsvon Westen herkommende Wurm sich ergießen. Diese Bäche sind meistüberwölbt, nur an wenigen Stellen sichtbar, und sehr wichtig für diezahlreichen Fabriken, indem ihr Wasser zu den Wollwäschen, Färbereien,Walkereien und zur Speisung der Dampfmaschinen benutzt wird, welchedie vielen Fabrikwerke treiben. Unter diesen sind die wichtigsten die sehrzahlreichen, altbcrühmten Tuch- Md die Nadelfabriken. In jenenwird indessen in neuester Zeit mehr Drap des Dames, Buckskin und

In des Kaisers, an die Vertreter von Aachen i» Frankfurt bei der Krönungergangenem Diplome, wo es heißt:4qui»xr»num, ubi primo ttoinenorum rvxe«iaitiantur et coroii»»tur, omne» proviucia» et civitates post koinem äißnitetis et

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